Donnerstag, 21. September 2006

Nach vier Spieltagen dicke Luft bei Bayern: Vorstand fordert von Coach härtere Gangart

  • Trainer nimmt Team nach Niederlage aber in Schutz
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Der Trainer steht in der Kritik, die Mannschaft unter Druck - schon nach vier Spieltagen in der deutschen Fußball-Bundesliga herrscht dicke Luft beim Tabellen-Dritten Bayern München. "Wir müssen in den nächsten Wochen Vollgas geben und die Zügel anziehen, sonst werden wir unser blaues Wunder erleben", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und fordert von Trainer Felix Magath eine härte Gangart im Umgang mit dem Starensemble.

Die 1:2-Niederlage auf der Bielefelder "Alm" hat die Bayern-Bosse offenbar in Zugzwang gebracht. Mit klaren Worten an den Trainer und die Mannschaft fordern Rummenigge und Manager Uli Hoeneß in den kommenden Wochen eine klare Leistungssteigerung und von Magath eine Ende der Schonzeit für die Bayern-Stars. "Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm davon abrate, in der Zukunft die Mannschaft zu schützen, weil man ihr damit ein Alibi liefert", sagte Rummenigge.

Magath stellt sich vorerst aber weiterhin vor die Mannschaft. "Es gibt verschiedene Gründe, warum wir bisher nicht so gespielt haben, wie wir wollten", sagte der Trainer nach dem Mittwochstraining und führte die Integration der Neuzugänge, eine schlechte Vorbereitung und Verletzungsprobleme als Gründe an. Die Mannschaft sei dabei, sich zu finden, meinte Magath, der zur Kritik aus der Chefetage keine Stellung bezog.

Hoeneß verschaffte seinem Ärger über die ersten Saisonniederlage mit klaren Worten an die Mannschaft Luft. "Die Zeit der Zugeständnisse ist vorbei", sagte der Manager in der "Bild"-Zeitung. Die Pleite in Bielefeld müsse "ein einmaliger Ausrutscher bleiben. Diese Woche haben wir keinerlei Belastung, können ganz normal trainieren, wie alle anderen auch, meinte Hoeneß und fordert gegen Aachen einen klaren Sieg: "Alles andere interessiert mich nicht."

Die Kritik von Kapitän Oliver Kahn, der die zu offensive Taktik in Bielefeld beklagt hatte, fand bei Hoeneß Zustimmung. "Wenn Bayern 1:0 führt, darf man so ein Spiel nicht mehr verlieren. Da geht man eben mit einem 1:1 vom Platz und sagt freundlich auf Wiedersehen", sagte der Bayern-Manager. Kahn hatte einen Kurswechsel in der Spielanlage gefordert: "Wir müssen wieder dahin kommen, dass jeder seine Aufgaben erfüllt. Bei uns will jeder mit der Brechstange ran und Tore machen. Das geht dann eben mal nach hinten los."

Der FC Bayern München hat erstmals in seiner 106-jährigen Vereinsgeschichte mehr als 120.000 Mitglieder. "Ich freue mich über die neue Rekordmarke", teilte Vizepräsident Fritz Scherer über die Homepage des deutschen Fußball-Rekordmeisters mit. Vor rund 14 Monaten hatte der Double-Gewinner die 100.000-er-Marke überschritten. Auf der Liste der mitgliederstärksten Vereine steht der FC Bayern nach eigenen Angaben nun auf Rang zwei hinter Champions-League-Sieger FC Barcelona mit rund 145.000 Mitgliedern.
(apa/red)

21.9.2006 00:41