Sonntag, 13. August 2006

Nachschlag für Russland am Schlusstag:
34 Medaillen bei der Leichtathletik-EM

  • Der Stabhochsprungtitel geht an Averbukh
  • Doch noch Gold für Großbritannien durch Staffel

Kühl und regnerisch hat sich das Wetter am Schlusstag der 19. Leichtathletik-Europameisterschaften in Göteborg den Zuschauern und Athleten präsentiert. Der Freude beim russischen Team, das mit 12 Gold-, 12 Silber- und 10 Bronzemedaillen vor Deutschland (4/4/2) und Weißrussland (4/3/2) die Medaillenwertung für sich entschied, tat das allerdings keinen Abbruch. Österreich ging leer aus. Die einzige Jahresweltbestleistung während der gesamten Woche markierte der russische Hochspringer Andrej Silnow mit 2,36 m.

Im Stabhochsprung der Männer verteidigte am Sonntag der Israeli Alexander Averbukh mit 5,70 m seinen Titel vor dem Deutschen Tim Lobinger und dem Franzosen Romain Mesnil, die beide 5,65 m überquerten, erfolgreich. "Wegen des Wetters war es schwierig heute, der härteste Moment hier für mich war aber die Qualifikation", betonte Averbukh. Für Deutschland gab es auch am EM-Finaltag noch einmal Gold, die Speerwerferin Steffi Nerius ("Das war geil! Von diesem Sieg habe ich schon lange geträumt") setzte sich mit 65,82 m vor der Tschechin Barbora Spotakova (65,64) durch.

Die kleinen schwedischen Hoffnungen auf eine Weitsprung-Medaille durch Siebenkampf-Europameisterin Carolina Klüft erfüllten sich nicht, der Publikumsliebling verabschiedete sich mit Platz sechs vom Publikum im Ullevi-Stadion, der Titel ging an die Russin Ljudmila Koltschanowa mit 6,93 m.

Der Italiener Stefano Baldini gewann die Goldmedaille im Marathon, der 35-jährige Olympiasieger von Athen 2004 und Europameister von Budapest 1998 benötigte für die 42,195 km 2:11:32 Stunden und kam vor dem Schweizer Viktor Röthlin (2:11:50) ins Ziel. "Das ist mein zweites EM-Gold, es ist ein großer Tag für mich", sagte Baldini. Und Röthlin verriet: "Unglaublich, vergangene Nacht habe ich davon geträumt, dass es Silber wird und nun habe ich es!"

Beide Staffeltitel bei den Frauen gingen an Russland, über 4 x 100 m bei den Männern siegte Großbritannien/Nordirland, das damit doch noch zu einer Goldmedaille kam. Im Team stand auch Dwain Chambers, der eine zweijährige Dopingsperre hinter sich hat. Er hatte deshalb erst im Juni diesen Jahres nicht nur das Sprint-Gold von 2002 verloren, sondern die Briten auch das in München errungene Staffel-Gold. Über 4 x 400 m war Frankreich erfolgreich.

Einen überraschenden Ausgang nahm das 800-m-Rennen der Männer, der Niederländer Bram Som gewann in 1:46,56 Minuten vor David Fiegen (1:46,59), der für Luxemburg die erste EM-Medaille überhaupt holte. "Diese Goldmedaille ist wie ein Durchbruch für mich, bei den vergangenen Meisterschaften hatte ich oft Probleme, mich zu qualifizieren", sagte Som, der wie die Konkurrenten auch Ellbogentaktik angewandt hatte, weshalb es Proteste gab. Über 1.500 m der Frauen gewann in Tatjana Tomaschowa (3:56,91 Min.) wieder eine Russin, die 5.000 m bei den Männern holte sich der Spanier Jesus Espana in 13:44,70 Minuten.

(apa/red)

13.8.2006 18:26