Sonntag, 13. August 2006

Olsson mit 3. Gold für Gastgeber Schweden:
Überraschungssiegerin im Marathon

  • Isinbajewa scheiterte am Stabhochsprung-Rekord

Olympiasieger Christian Olsson hat sich am Samstag zum Europameister im Dreisprung gekürt und damit die dritte Goldmedaille für Schweden bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Göteborg realisiert. Im Stabhochsprung setzte sich bei kühlen Temperaturen im Ullevi-Stadion die Russin Jelena Isinbajewa durch, am Weltrekordversuch über 5,02 Meter scheiterte sie. Eine Überraschungssiegerin gab es im Marathon in der Deutschen Ulrike Maisch, die weißrussischen Athleten steuerten für das Medaillenkonto u.a. drei Goldmedaillen bei.

Olsson hat in der vergangenen Saison wegen einer Knöchelverletzung im rechten Fuß gefehlt und nach vier Operationen und 21 Monaten Pause im Juni sein Comeback gegeben, er markierte auf dem Weg zur Titelverteidigung mit 17,67 eine neue europäische Jahresbestleistung. Der Titel war mit dem zweiten Sprung fixiert, danach folgten vier ungültige Versuche. "Es war ein langer Weg, aber nun stehe ich hier und bin wieder die Nummer eins", sagte der Blondschopf vor der Ehrenrunde.

Im Stabhochsprung reichten Weltrekordlerin Isinbajewa auf drei Höhen fünf Versuche (zwei gültige) für den Titel (4,80 m), am Weltrekord von 5,02 m, den sie sich dann auflegen ließ, scheiterte sie allerdings deutlich - Regen und Wind sorgten für schwierige Verhältnisse. "Nun ist meine Sammlung komplett, dieser Titel hat mir noch gefehlt", sagte die 24-Jährige.

Die Deutsche Ulrike Maisch hat am Nachmittag überraschend den Marathon gewonnen. Nach 42,195 Kilometer kam die 29-Jährige in der persönlichen Bestleistung von 2:30:01 Stunden ins Ziel, Silber ging an die Serbin Olivera Jevtic (2:30:27), Bronze an die Russin Irina Permitina (2:30:53). Maisch, bisher nur Siegerin beim Bonn-Marathon 2002, übernahm nach 40 km die Spitzenposition und gab sie nicht mehr her. "Ich kann das nicht glauben, ich meinen kühnsten Träumen habe ich mich hier nicht als Medaillengewinnerin gesehen. Der Titel ist so utopisch", sagte die Studentin der Erziehungswissenschaften und Sprachen.

Die 5.000 m wurden eine Beute der Spanierin Marta Dominguez (14:56,18 Minuten), über 110 m Hürden setzte sich der Lette Stanislav Olijars überlegen in 13,24 Sekunden vor dem Deutschen Thomas Blaschek (13,46) und dem Briten Andy Turner (13,52) durch. Der Diskus-Titel ging an den Lithauer Virgilijus Alekna (68,67 m), er verwies zwei Esten auf die weiteren Plätze.

Die Weißrussin Alesia Turawa kürte sich in 9:26,05 Minuten vor der Russin Tatjana Petrowa (9:28,05) zur ersten 3.000-m-Hindernis-Europameisterin, die Disziplin ist neu im Programm. Ihre Schwester Rita Turawa hatte am Mittwoch den Bewerb über 20-km-Gehen gewonnen. "Ich habe ihr aber nicht zugesehen, das ist zu aufregend für mich. Nun können wir feiern", sagte Alesia.

Das Kugelstoßen der Frauen gewann ebenfalls eine Athletin aus Weißrussland, Natallia Schoroneko setzte sich mit 19,43 m vor ihrer Landsfrau Nadescha Ostaptschuk (19,42) durch. Im Hammerwerfen der Männer setzte sich in Iwan Tichon ebenfalls ein Athlet aus Weißrussland durch (81,11 m), er ließ den Finnen Olli-Pekka Karjalainen hinter sich (80,84). "Das war das richtige Wetter für mich, exzellent. Ähnlich wie in Helsinki (WM 2005/Anm.), und da war ich ja auch der Sieger."
(apa/red)

13.8.2006 20:04