Sonntag, 13. August 2006

ÖLV geht bei LA-EM leer aus: Weidlinger & Pröll enttäuschen im 3.000-m-Hindernis-Lauf

  • Gold geht überraschend an Finnen Jukka Keskisalo
  • 110m Hürden: Lichtenegger schon im Vorlauf out

Außenseiterchancen auf eine Medaille sind da gewesen, für Günther Weidlinger und Martin Pröll haben im 3.000-m-Hindernisfinale bei der Leichtathletik-Europameisterschaft aber nur die Ränge sieben und neun herausgeschaut. Gold ging in 8:24,89 Minuten überraschend an den Finnen Jukka Keskisalo, Topfavorit und Titelverteidiger Antonio David Jimenez aus Spanien wurde Fünfter.

Den beiden Österreichern, die in einem langsamen Rennen lange ganz vorne dabei waren, ohne aber Führungsarbeit zu leisten, ging auf der letzten Runde die Kraft aus. Beide erreichten die von ihnen gesteckten Ziele nicht, Weidlinger wollte unter die besten Fünf kommen und bezeichnete Rang sieben (8:29,54) - seine bisher beste EM-Platzierung nach Stürzen 1998 in Budapest (Aufgabe) und 2002 in München (12.) - als "indiskutabel", Pröll ging ebenfalls hart mit sich ins Gericht, statt des angepeilten sechsten Ranges wurde es Platz neun (8:35,69). "Das ist sehr unzufrieden stellend für mich", sagte der 25-Jährige.

Nach der Absage des niederländischen Mitfavoriten Simon Vroemen, Vize-Europameister und Europarekordler, am Freitagnachmittag wegen einer Nahrungsmittelvergiftung schienen die Chancen auf Edelmetall für Österreich gestiegen. Es wäre das achte für den ÖLV in der Geschichte von Freiluft-Kontinentaltitelkämpfen gewesen und das erste seit der Bronzemedaille von 800-m-Läuferin Stephanie Graf 1998.

Aber das Finale endete mit einem Überraschungssieger, und die Favoriten landeten im geschlagenen Feld. "Deshalb ärgert es mich noch mehr, da hätten auch wir zwei vorne sein können", sagte Pröll, dem 600 m vor dem Ziel die Kraft ausging. "Am Beginn war es kein Problem, ich war voran, auch, um Rangeleien aus dem Weg zu gehen. Die letzten 400 m waren dann ganz schwach, in diesem Rennen war viel mehr drinnen, die Top Sechs wären sehr realistisch gewesen", sagte der EM-Siebente von München 2002.

Weidlinger, der sich beim Aufwärmen sehr gut gefühlt hatte, sah ebenfalls seine Chance: "600 m vor dem Ziel habe ich ein bisschen riskiert, war Zweiter und dachte mir, das wird mein Rennen." 200 m später kam dann "der Hammer". Der Vorlauf sei das weit bessere Rennen gewesen, meinte er. Silber holte sich der Spanier Jose Luis Blanco, Bronze der Franzose Bouabdellah Tahri.

Die beiden Oberösterreicher hatten mit der Qualifikation für das Finale für die besten österreichischen Ergebnisse in Göteborg gesorgt. Die letzten beiden EM-Tage im Ullevi-Stadion gehen ohne österreichische Beteiligung in Szene.

Lichtenegger im Vorlauf out
Elmar Lichtenegger ist über die 110 Meter Hürden als Gesamt-22. schon im Vorlauf ausgeschieden. Der 32-Jährige wurde in seinem Lauf in 13,89 Sekunden Vierter.

"Schade, leider. Mehr geht nicht, was soll ich auch, wenn ich einen Monat verletzt war", sagte Lichtenegger, dem das Missgeschick beim Europacup in Prag passierte. Der Arzt riet zu einer dreiwöchigen Pause, der Athlet wollte allerdings nichts unversucht lassen. "Du willst laufen. Was ich notwendig gebraucht hätte, sind Hürden- und Krafttraining, und das ging nicht." Vor allem für die österreichische Abordnung hätte er sich gewünscht, eine Runde weiter zu kommen: "Schade für das Team, für mich ist es eh wurscht, es gab nichts zu holen."
(apa/red)

13.8.2006 20:04