"Rennen des Jahrhunderts": Die Puszta-Wettergötter machen WM wieder spannend!
- "Bestellen Sie einen harten Drink: Button gewinnt!"
- Schumi kämpft bis zum Schluss: "WM ist völlig offen!"
·Ungarn: Button siegt beim Chaos-Rennen!
Regenschlacht: Alonso & Klien out - Schumi Achter
·BILDER: Harter Fight Alonso gegen Schumi
Spanier wehrt Angriff ab. Massa mit Start-Ziel-Sieg
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Massa gewinnt vor Alonso
und M. Schumacher
·Endstand der Formel
1-Weltmeisterschaft
Wertungen bei Fahrern und Konstrukteuren 2006
Die Formel-1-WM ist offener als je zuvor in dieser Saison. Der chaotische Regen-Grand-Prix von Ungarn hat die Königsklasse nicht nur ordentlich durcheinander gewirbelt, sondern auch wieder spannend gemacht. Der Vorsprung von Weltmeister Fernando Alonso auf Michael Schumacher ist um einen weiteren Zähler auf zehn Punkte zusammengeschrumpft, nachdem der WM-Verfolger nach der Disqualifikation des polnischen Debütanten Robert Kubica als Achter nachträglich in die Wertung kam.
"Wenn die Formel 1 immer so wäre wie in Ungarn, wäre das der unterhaltsamste Sport der Welt", analysierte die spanische Sportzeitung "Marca". Die Konkurrenzzeitung "As" stilisierte den Regen-Grand-Prix auf dem Hungaroring bei Budapest gar zum "Rennen des Jahrhunderts" hoch. Als dessen Sieger ließ sich in seinem 114. WM-Lauf erstmals der Engländer Jenson Button feiern.
"Bestellen Sie einen harten Drink: Button gewinnt Grand Prix!"
"Setzen Sie sich gut hin und bestellen Sie einen harten Drink, bevor Sie den nächsten Satz lesen: Jenson Button hat einen Grand Prix gewonnen", witzelte die englische "Daily Mail". Lediglich der Brasilianer Rubens Barrichello (124 Rennen) und der Italiener Jarno Trulli (117) hatten länger auf ihren ersten GP-Sieg gewartet. Als bis dahin letzter Brite hatte der Schotte David Coulthard vor mehr als drei Jahren in Australien triumphiert.
Wie Button vom 14. hatte auch Alonso vom 15. Startplatz aus eine Galavorstellung abgeliefert - bis er von einem defekten Schließmechanismus einer Radmutter gestoppt wurde. "Das war trotzdem der wettbewerbsfähigste Renault, den ich in dieser Saison bisher gefahren bin", meinte der Asturier. Ausgerechnet mit diesem Boliden kam der sechsfache Saisonsieger erstmals seit über einem Jahr (Kanada 2005) nicht ins Ziel.
Der Schaden hielt sich aber in Grenzen, denn auch Schumacher ist schon lange nicht mehr fehlerlos. Der Rekordchampion beschädigte im Kampf mit seinem drittplatzierten Landsmann Nick Heidfeld die Radaufhängung und schied drei Runden vor Schluss aus. "So dumm darf er sich nicht anstellen", kritisierte Österreichs dreifacher Weltmeister Niki Lauda das zu große Risiko.
Schumacher kämpft "bis zum Schluss"
"Man hätte sagen können, dass man auf zwei, drei Positionen verzichtet und dafür die Punkte mit nach Hause nimmt. Aber so bin ich nicht", entgegnete Schumacher. "Da wird gekämpft bis zum Schluss, bis sich nichts mehr dreht, bis nichts mehr geht. Ohne die nötige Aggressivität wären wir nie in die Position gekommen, um die Meisterschaft kämpfen zu können." Kubica, der nach starkem Debüt wegen eines um zwei Kilo zu leichten Autos disqualifiziert worden war, schenkte dem Ferrari-Star zumindest einen Zähler.
"Im Kampf um die WM zählt jeder Punkt", erklärte Schumacher. "Daher war das natürlich eine gute Nachricht. Die WM ist völlig offen." Rechnerisch hat es der Deutsche damit nämlich wieder selbst in der Hand. Mit fünf Siegen in den fünf abschließenden Saisonrennen könnte der Ferrari-Star als achtfacher Weltmeister von der Bühne abtreten. Über ein mögliches Karriereende will Schumacher in der dreiwöchigen Rennpause bis zum Grand Prix der Türkei entscheiden.
(apa/red)
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