Sonntag, 13. August 2006

Historischer: Ralley-Weltmeister Sebastien
Loeb holt sich zum 26. Mal den Gesamtsieg

  • Rekord des Spaniers Carlos Sainz damit eingestellt
  • Deutschland: Plätze 5 und 6 für Austro-Fahrer

Titelverteidiger Sebastien Loeb ist beim neunten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft am Sonntag in Trier der angepeilte historische Sieg gelungen. Der 32-jährige Franzose holte im Citroen Xsara mit dem sechsten Saison-Erfolg seinen 26. Gesamtsieg und stellte damit den Rekord des Spaniers Carlos Sainz ein. Zudem sorgte der Rekordjäger für eine weitere Bestmarke: Er gewann in Deutschland als erster Pilot den selben WM-Lauf zum fünften Mal in Serie. Manfred Stohl fuhr direkt vor seinem österreichischen Landsmann Andreas Aigner auf den fünften Rang.

Nach 19 Asphaltprüfungen (355,51 km) fuhr Doppelweltmeister Loeb einen Vorsprung von 33,8 Sekunden auf seinen spanischen Teamkollegen Daniel Sordo heraus. Wie im Vorjahr raste sein größter Kontrahent in der WM-Gesamtwertung, der Finne Marcus Grönholm (Ford Focus), auf den dritten Rang. Am Ende lag er 2:19,2 Minuten hinter dem Sieger.

"Ich fühle mich einfach großartig. Das, was ich mir hier vorgenommen habe, ist auch eingetreten", freute sich Loeb, der sich von Teamkollege Daniel Sordo "ganz schön unter Druck gesetzt" fühlte. "Ich musste mich sehr konzentrieren, um ihn abzuschütteln", meinte der Elsässer, der auch in der WM-Wertung sein Tempo auf eine erfolgreiche Titelverteidigung erhöht hat. Nach neun von 16 Läufen hat Loeb 84 Punkte und baute damit seinen Vorsprung zu zum zweifachen Titelgewinner Grönholm (51) von 29 auf nun 33 Zähler aus. Dritter ist mit 41 Punkten Sordo.

Platz fünf für Stohl
Auch für den Wiener Manfred Stohl war Deutschland ein gutes Pflaster. Der 34-Jährige und seine Beifahrerin Ilka Minor erreichten im Peugeot 307 mit einem Rückstand von 4:25,9 Minuten den fünften Rang und somit die bisher beste Platzierung bei einer reinen Asphalt-Rally. Mit den erreichten vier WM-Punkten rückte Stohl, der auch von einer Fünf-Minuten-Zeitstrafe für Mikko Hirvonen (FIN/9.) profitierte, auf den vierten Platz in der Fahrer-Wertung vor.

"Ich bin sehr froh darüber, dass wir heuer in Deutschland eine gute Vorstellung abgeliefert haben. Die Rally ist ein sehr schwerer Lauf, wo du dich permanent am Limit bewegst. Der Grat zwischen Erfolg und Niederlage ist enorm schmal", meinte Stohl. Ein Erfolgserlebnis gab es auch für Landsmann Andreas Aigner, der mit dem sechsten Platz (Rückstand: 5:42,6 Minuten) sein bisher bestes WM-Resultat holte.

Der 21-jährige Steirer vom Red-Bull-Skoda-Team war nach seinen ersten drei WM-Punkten dementsprechend glücklich, dabei gab es kurz vor Schluss noch einige Schrecksekunden zu überstehen: "Ich hatte auf meinen Verfolger Jan Kopecky vor der letzten Prüfung noch 19,3 Sekunden Vorsprung, drei Kurven vor dem Ende der letzten Sonderprüfung rutschte ich von der Strecke, verlor dabei etwas Zeit und konnte gerade noch mit 3,2 Sekunden Vorsprung ins Ziel kommen", berichtete Aigner. "Jetzt wünsche ich mir nur, dass es bei den restlichen Rallyes in Zypern, Türkei und Wales genauso gut weiter geht." Der dritte Österreicher im Bunde, Kris Rosenberger, fuhr bei seinem Rallye-Comeback auf Rang 29.


Die Fahrer mit den meisten WM-Siegen:

26 - Carlos Sainz (ESP), Sebastien Loeb (FRA)
25 - Colin McRae (GBR)
24 - Tommi Mäkinen (FIN)
23 - Juha Kankkunen (FIN)
21 - Marcus Grönholm (FIN)
20 - Didier Auriol (FRA)

(apa/red)

13.8.2006 15:38