Donnerstag, 17. August 2006

Kanzler Schüssel vor Direktoren-Wahl: ORF "Gott sei Dank nicht parteientpolitisiert"

  • Regierungschef: "Warum soll er entpolitisiert sein?"
  • War 2001 noch Hauptanliegen im ORF-Gesetz

Noch bei der Novelle des ORF-Gesetzes im Jahr 2001 zählte die Entpolitisierung des öffentlich-rechtlichen Senders zu den Hauptanliegen von Schüssel. Fünf Jahre später und wenige Tage vor der ORF-Generaldirektorenwahl will Schüssel von einer Entpolitisierung des staatlichen Medienriesen nichts mehr wissen. Im Interview mit einer österreichischen Tageszeitung fragte Schüssel: "Warum soll er (der ORF, Anm.) entpolitisiert sein? Er ist ein politisches Medium wie eine Zeitung auch."

Auch Parteipolitik innerhalb des ORF findet offenbar das Wohlwollen des Kanzlers: "Gott sei Dank ist er (der ORF, Anm.) nicht parteientpolitisiert, in der Demokratie wird Politik immer über Parteien vermittelt." Auf die Feststellung, die ORF-Wahl am 17. August erfolge nach parteipolitischem Gezerre, antwortete Schüssel dem "Kurier": "Es wählen die Stiftungsräte, also Personen, nicht Parteien."

(apa/red)

17.8.2006 14:47