Kanzler Schüssel vor Direktoren-Wahl: ORF "Gott sei Dank nicht parteientpolitisiert"
- Regierungschef: "Warum soll er entpolitisiert sein?"
- War 2001 noch Hauptanliegen im ORF-Gesetz
·Journalisten wollen unabhängigeren ORF
Keine Wahlempfehlung, Veränderungen möglich
·INFOGRAFIK: ORF-Ära
der Monika Lindner
Verlust der Bundesliga als großer Minus-Punkt
Noch bei der Novelle des ORF-Gesetzes im Jahr 2001 zählte die Entpolitisierung des öffentlich-rechtlichen Senders zu den Hauptanliegen von Schüssel. Fünf Jahre später und wenige Tage vor der ORF-Generaldirektorenwahl will Schüssel von einer Entpolitisierung des staatlichen Medienriesen nichts mehr wissen. Im Interview mit einer österreichischen Tageszeitung fragte Schüssel: "Warum soll er (der ORF, Anm.) entpolitisiert sein? Er ist ein politisches Medium wie eine Zeitung auch."
Auch Parteipolitik innerhalb des ORF findet offenbar das Wohlwollen des Kanzlers: "Gott sei Dank ist er (der ORF, Anm.) nicht parteientpolitisiert, in der Demokratie wird Politik immer über Parteien vermittelt." Auf die Feststellung, die ORF-Wahl am 17. August erfolge nach parteipolitischem Gezerre, antwortete Schüssel dem "Kurier": "Es wählen die Stiftungsräte, also Personen, nicht Parteien."
(apa/red)
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