Montag, 7. August 2006

Solidarität mit Israel: Rund 200 Teilnehmer bei Demonstration in Wiener Innenstadt

  • Organisatoren: "Verteidigung Israels verteidigen"
  • Botschafter Ashbel wünscht sich auf "Frieden für alle"

Etwa 200 Menschen haben sich in der Wiener Innenstadt versammelt, um ihre Solidarität mit Israel im aktuellen Krieg gegen den Libanon zu bekunden. Simone Dinah Hartmann vom Café Critique, einer jüdisch-zionistischen Intellektuellen-Plattform, die die Kundgebung beim Wiener Stock-im-Eisen-Platz organisiert hatte, meinte in ihrer Rede, man sei zusammengekommen, um "die Verteidigung Israels zu verteidigen".

Da die Mikrofonanlage bei der pro-israelischen Solidaritätsveranstaltung ausfiel, mussten die Reden zuerst ohne jede akustische Verstärkung und später mit dem Megafon gesprochen werden. Hartmann bezeichnete UN-Generalsekretär Kofi Annan als "Anführer einer weltweiten Agentur zur Verteidigung der Palästinenser". Nach ihr sprachen Elisabeth Pittermann, ehemalige Gesundheitsstadträtin der Stadt Wien, und Gerard Scheit, ebenfalls vom Café Critique. Im Zusammenhang mit dem Bombardement eines Wohnhauses in Kana durch die israelische Armee sprach er vom "antisemitischen Bild des Kindermörders", das von den Kritikern halb bewusst strapaziert werde und hinter dem sich "die alten Mordfantasien verbergen".

Weitere Redner waren Nechemja Gang von der "Zionistischen Föderation Österreichs", der Schriftsteller Doran Rabinovici und der israelische Botschafter in Österreich, Dan Ashbel. Der Diplomat bedankte sich bei den Demonstranten für ihr Kommen und sprach von "Frieden in unserer Region, Frieden für alle, die dort leben." Ferner wurde eine Grußbotschaft des Schriftstellers Robert Schindel verlesen. Gegen Ende der Veranstaltung wurde aus dem Brief eines israelischen Soldaten zitiert, dessen Freund beim Einsatz im Libanon ums Leben gekommen war.

Die Veranstaltung begann gegen 17.00 Uhr und löste sich nach einigen Reden und dem gemeinsamen Singen eines hebräischen Liedes gegen 18.15 Uhr wieder auf. Acht Polizisten, einige Sicherheitswachleute der Israelischen Kultusgemeinde (IKG) und Zivilbeamte sorgten für die Sicherheit. Es kam zu keinen Zwischenfällen.

Bei einer Art Parallelveranstaltung in unmittelbarer Nachbarschaft wurde auf einem Transparent die Einhaltung der Menschenrechte im Nahen Osten gefordert. Die Kundgebung wurde von den meisten Teilnehmern der anderen Veranstaltung friedlich zur Kenntnis genommen. Peter Ulrich Lehner von der "Initiative für eine sozialistische Politik der SPÖ" (ISP), der die Parallelveranstaltung initiiert hatte, meinte: "Ich sehe mich nicht als Gegenveranstaltung. Ich bin bei der Demo der Araber genau so hier gestanden - obwohl mich hier schon ein paar Leute schief ansehen und mich fragen, ob ich stolz bin usw."

(apa/red)

7.8.2006 19:50