Anschlagsserie im Irak: Mindestens 47 Tote und 148 Verletzte bei fünf Explosionen
- Bomben in Menschenmenge, 2 Gebäude eingestürzt
Bei einer blutigen Anschlagsserie in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Sonntagabend mindestens 47 Menschen getötet und 148 weitere verletzt worden. Nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium begann die Attacke auf das Viertel Saafaranijah im Südosten der Stadt mit dem Einschlag einer Katjuscha-Rakete.
Nur Minuten später sei in der Nähe eine Autobombe explodiert. Ein vierstöckiges Gebäude stürzte ein. Weniger als eine Stunde später brachte den Angaben zufolge eine weitere Bombe ein zweites Gebäude zum Einsturz. Daraufhin zündete ein Selbstmordattentäter inmitten herbeigeeilter Anwohner einen Sprengsatz.
Die Autobombe ging beim belebten Markt Ali el Kubaissi hoch, als Einwohner am Einschlagsort der Rakete zusammenliefen, um den Opfern zu helfen, wie ein Vertreter des Innenministeriums sagte. Durch die beiden Explosionen stürzte ein vierstöckiges Gebäude mit Wohnungen und Geschäften ein. Die Autobombe ließ in großem Umkreis Fensterscheiben bersten. In einer vorläufigen Bilanz hatten das Innen- und das Verteidigungsministerium die Zahl der Toten mit 20 angegeben.
"Auf der Straße liegen Dutzende Leichen", sagte ein Behördenvertreter am Tatort. Der Zivilschutz suche in dem eingestürzten Gebäude nach Leichen und Verletzten. Die Geschäfte im Erdgeschoss seien völlig zerstört worden.
Weniger als eine Stunde später wiederholte sich das Szenario in der Nachbarschaft, als eine weitere Bombe ein zweites Gebäude zum Einsturz brachte. Ein Selbstmordattentäter auf einem Motorrad sprengte sich nur Minuten später inmitten einer Menge Schaulustiger und Helfer in die Luft. Eine fünfte Bombe verletzte drei Polizisten, die auf dem Weg zu den Anschlagsorten waren. In dem Viertel leben sowohl viele Sunniten als auch Schiiten.
In Bagdad werden nach amtlichen Angaben täglich rund 50 Menschen getötet. Erst Anfang vergangener Woche war Stufe zwei des Sicherheitsplans für die irakische Hauptstadt in Kraft getreten, der die tägliche Gewalt dort eindämmen soll.
(apa)
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