Schon seit 9 Tagen Feuerinferno in Spanien:
Feuerwehr kämpft verzweifelt gegen Brände
- Wurde Flammenkatastrophe von Banden geplant?
- Feuer in Portugal und Frankreich unter Kontrolle
Tausende Rettungskräfte haben am Wochenende verzweifelt gegen die seit neun Tagen wütenden Waldbrände in Nordspanien gekämpft. Am Samstagabend loderten nach Angaben der galicischen Behörden noch mehr als 160 Brände, davon waren 71 außer Kontrolle. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Welle von Brandstiftungen stieg auf fünf.
Der abflauende Wind erleichterte die Löscharbeiten und weckte Hoffnungen auf eine baldige Entspannung der Lage. In Portugal und Frankreich konnten mehrere Feuer unter Kontrolle gebracht werden.
Die spanische Regierung ging mit dem größten Löscheinsatz in der Geschichte des Landes gegen die Brände vor. Sie entsandte am Samstag 400 Fallschirmjäger und vier Löschhubschrauber zur Verstärkung in die Region.
Die Fallschirmjäger sollten Einrichtungen wie Flughäfen und Stromwerke sowie stark besiedelte Gegenden schützen, sagte Verteidigungsminister Jose Antonio Alonso. Außer rund 1.600 Soldaten kämpfen in Galicien auch 15.000 Löschkräfte gegen die Brände, unter ihnen etwa 7.000 Freiwillige. Nach Angaben von Augenzeugen beteiligten sich an der berühmten "Todesküste" auch Touristen an der Eindämmung der Flammen.
Die Stadt Ourense mit mehr als 100.000 Einwohnern wurde auch am Wochenende von einem Feuer bedroht. In der Umgebung der Pilgerstadt Santiago de Compostela und dem bedeutenden Fischereihafen Vigo beruhigte sich die Lage leicht. Ein 70-jähriger Mann, der in seinem Heimatdorf bei der Bekämpfung der Flammen geholfen hatte, erlag am Samstag seinen schweren Verbrennungen. Damit kamen seit Beginn der Brände in Spanien fünf Menschen ums Leben.
Das Land erlebt derzeit das dritte Jahr in Folge eine extreme Dürreperiode. Nach Angaben des galicischen Regierungschefs Emilio Perez Tourino wurden seit Beginn der Brände am 4. August zehntausende Hektar Land zerstört.
Die galicischen Behörden wollten am Sonntag erstmals keine neuen Angaben über die Zahl der Feuer machen mit der Begründung, potenzielle Brandstifter nicht bestärken zu wollen. Unmittelbar nach Verkündung einer leichten Entspannung der Lage am Samstag sei eine große Zahl neuer Brände ausgebrochen, sagte eine Sprecherin des örtlichen Umweltministeriums. Sie rief die Medien zur Zurückhaltung auf.
Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba hatte am Vortag Brandstifter für die Serie von Bränden verantwortlich gemacht. Seit 1. August wurden 25 Verdächtige im Alter zwischen 21 und 90 Jahren festgenommen.
In den Nachbarländern Frankreich und Portugal stabilisierte sich die Situation. Ein von starken Winden angefachtes Feuer in der französischen Präfektur Var konnte nach Behördenangaben durch einen Großeinsatz von 650 Feuerwehrleuten unter Kontrolle gebracht werden. Rund 2.000 vorsorglich aus einem Freizeitpark in Canebieres evakuierte Touristen sollten noch im Lauf des Tages in ihre Häuser zurückkehren können, wie die örtlichen Behörden mitteilten.
In Portugal konnte die Feuerwehr eine Reihe von seit Tagen wütenden Waldbränden löschen. Mehr als 600 Feuerwehrmänner kämpften bei Temperaturen um 35 Grad Celsius im Norden und der Landesmitte am Sonntag weiter gegen vier außer Kontrolle geratene Feuer.
(apa/red)
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