Apokalypse Now: Mehr Gräueltaten der US-Soldaten im Vietnamkrieg als bisher bekannt
- Neue Dokumente: Mehrere Massaker an Zivilisten
- Bericht im Internet: Vorfälle betreffen ganze Army
Gräueltaten der US-Soldaten an Zivilisten im Vietnam-Krieg waren verbreiteter als bislang bekannt war. Das geht aus jetzt freigegebenen Dokumenten der US-Armee hervor, aus denen die "Los Angeles Times" zitierte.
Die Dokumente sind Teil eines Archivs aus 9.000 Seiten, das in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegt wurde. Zu den darin dokumentierten Verbrechen gehören sieben Massaker in Vietnam zwischen 1967 und 1971, bei denen mindestens 137 Zivilisten umgebracht wurden. Darin eingeschlossen ist nicht das bekannte Massaker von 1968 in My Lai, wo 500 Zivilisten von US-Soldaten getötet wurden.
Insgesamt sind in den Dokumenten der Zeitung zufolge 320 Fälle von Gräueltaten der US-Soldaten belegt. Darunter auch 78 Angriffe auf Zivilisten und Gefangene, bei denen mindestens 57 Menschen getötet und 56 verletzt wurden. 15 Fälle sexueller Gewalt seien ebenfalls dokumentiert. Solche Gräueltaten seien nicht auf einzelne Einheiten beschränkt gewesen, sondern in allen Truppenteilen in Vietnam vorgekommen, heißt es in der Zeitung.
Ein Viertel von 203 deswegen angeklagten Soldaten seien vor ein Kriegsgericht gestellt worden. Verurteilt wurden den Angaben zufolge nur 23. Der Bericht und ergänzende Dokumente wurden von der Zeitung unter der Adresse http://latimes.com/vietnam ins Internet gestellt.
Die Veröffentlichung der Daten fällt in eine Zeit, da gegen mehrere US-Soldaten im Irak Vorwürfe wegen Gräueltaten gegen Zivilisten erhoben wurden. So sollen US-Soldaten ein Massaker an 24 Irakern in Haditha verübt haben.
(apa/red)
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