Neue Gewalttaten im Irak: Mehrere Tote
bei schweren Zusammenstößen in Bagdad
- Blutige Gefechte zwischen Schiiten und Armee
- US-Kampfflugzeuge griffen Viertel aus der Luft an
Eine Serie von Gefechten und Anschlägen hat im Irak erneut zahlreichen Menschen das Leben gekostet. Bei einem Feuergefecht im Bagdader Stadtteil Sadr City wurden laut Polizei drei Menschen erschossen, darunter eine Frau und ein dreijähriges Mädchen. Zwölf Menschen wurden verletzt, unter ihnen fünf weitere Kinder sowie zwei Frauen. Die US-Regierung versicherte unterdessen erneut, der Irak stehe nicht vor einem Bürgerkrieg.
Zu den Kämpfen in Sadr City, einer Hochburg des radikalen schiitischen Predigers Moktada al Sadr, kam es während eines Einsatzes irakischer und US-amerikanischer Soldaten. Mehr als eine Stunde lang waren Explosionen und Gewehrfeuer zu hören. Das irakische Fernsehen berichtete, US-Kampfflugzeuge hätten mehrere Gebäude in dem Viertel angegriffen, die jetzt in Flammen stünden. Drei Häuser und drei Autos seien zerstört worden.
Die US-Streitkräfte erklärten, der Einsatz habe sich gegen Aufständische gerichtet. Ein amerikanischer Soldat sei verletzt worden. Die Truppen haben ihre Präsenz in der irakischen Hauptstadt am Wochenende verstärkt, um der anhaltenden Gewalt Einhalt zu gebieten. Dabei war nicht zuletzt auch beabsichtigt, die Anhänger von Al Sadr zu bekämpfen. Die US-Truppen haben die Entsendung von 3.700 zusätzlichen Soldaten nach Bagdad angekündigt.
Bewaffnete Männer schossen aus zwei Autos heraus auf einen Friseursalon in Bagdad; dabei wurden fünf Menschen getötet. Ähnliche Angriffe kosteten in Mossul zwei Polizisten das Leben, zwei weitere wurden verletzt. Bei einer Serie von Explosionen auf einer Einkaufsstraße in Bagdad erlitten acht Zivilpersonen und zwei Polizisten Verletzungen.
Sechs irakische Soldaten und ein Aufständischer wurden bei einem Angriff auf eine Polizeiwache nördlich von Bagdad getötet. Weitere 15 Menschen seien bei dem Überfall in Baladrus verletzt worden. Die Angreifer setzten demnach Raketenwerfer, Granaten und Schusswaffen ein. In Falluja wurden sechs Zivilisten bei der Explosion einer Bombe getötet. Die Bombe galt einer Polizeistation.
US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte: "Es wäre wirklich falsch zu sagen, dass die Iraker sich irgendwie für einen Bürgerkrieg entscheiden oder sogar in einen Bürgerkrieg abrutschen."
(apa/red)
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