Brutaler Dreikampf um die Protestwähler: Wie FPÖ, BZÖ & Martin um Stimmen kämpfen
- NEWS: Es sind "nur 15 Prozent der Wählerstimmen"
- Politologe: "Westenthaler zwischen den Stühlen"

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Die zwei ehemaligen blauen Kumpanen lieferten sich vergangenes Wochenende beim Beachvolleyball in Kärnten einen regelrechten Wettlauf: Peter Westenthaler und Heinz-Christian Strache - einst gemeinsam beim Ring Freiheitlicher Jugend - kämpften in Klagenfurt regelrecht um jede Stimme. Immerhin hat sich mit Hans-Peter Martin ja ein neuer Rivale um den kleinen Wählerkreis von FPÖ und BZÖ in den Ring für die Nationalratswahl am 1. Oktober begeben.
Ein erbitterter Kampf der drei Kleinparteien steht denn auch bevor. Denn: "Es sind nur 15 Prozent der Wählerstimmen, die sich FPÖ, BZÖ und Hans-Peter Martin teilen müssen", sagt market-Chef Werner Beutelmeyer. Rund die Hälfte würde zumindest derzeit FPÖ wählen. Um die restlichen Stimmen müssen sich BZÖ und HPM streiten. Aus heutiger Sicht ist für Beutelmeyer damit klar: Nur zwei werden den Einzug ins Parlament schaffen. Die schlechtesten Karten hat zurzeit Westenthalers BZÖ.
Hans-Peter Martin hingegen - der EU-Rebell, der einst für die SPÖ angetreten war - hat überraschend gute Aussichten. Er tourt zwar noch durch Österreich, um die notwendigen 2.600 Unterstützungserklärungen für seine Kandidatur zusammenzubekommen, aber diese Hürde wird er wohl problemlos schaffen. Die Orangen plagen andere Sorgen. In sämtlichen Umfragen dümpelt das BZÖ derzeit bei rund drei bis vier Prozent herum. Der Einzug in den Nationalrat bleibt bis zuletzt eine Zitterpartie.
"Westenthaler zwischen den Stühlen"
"BZÖ-Chef Westenthaler sitzt zwischen den Stühlen. Es besteht die Gefahr, dass er überbleibt", urteilt Politologe Anton Pelinka. "Wer rechtsextreme Töne will, wählt FPÖ. Wer damit nichts anfangen kann, gibt seine Stimme HPM."
Im NEWS-Härtetest, in dem die Spitzenkandidaten auf ihre Stärken und Schwächen geprüft werden, erhält FPÖ-Chef Strache mit Abstand die schlechtesten Sympathiewerte. Fast die Hälfte (47 Prozent) aller Befragten findet Strache "weniger" oder "gar nicht" sympathisch. Auch fachliche Kompetenz sprechen dem Blauen nur zwölf Prozent der Österreicher zu. In einer einzigen Disziplin liegt er vor seinen beiden Konkurrenten: bei der Bürgernähe (46 Prozent).
Strache als Spitzenkandidat austauschbar
Wieso liegt die FPÖ dann aber in den Umfragen vor dem BZÖ? Den freiheitlichen Wählern würde es hauptsächlich um die rechten Inhalte - wie eine Anti-Ausländer-Politik - und weniger um Personen gehen, so Beutelmeyer. Sein Fazit: Strache sei als Spitzenkandidat austauschbar.
Kein Wunder also, dass die Orangen angesichts dieser düsteren Aussichten immer nervöser werden. Ihre einzige Gegenstrategie ist, die "besseren Freiheitlichen" zu mimen - blau-oranger Kleinkrieg inklusive. Gestritten wird inzwischen um alles. Zunächst ging es ums Geld (Klubförderung, Akademieförderung), dann um den Namen. Das BZÖ will als "Die Freiheitlichen - Liste Peter Westenthaler - BZÖ" zur Wahl antreten. "Skandal", tönt nun die FPÖ, die "eine Verwechslungsgefahr" befürchtet. Und offen ist auch noch, wer auf Platz drei kandidieren darf. Mittlerweile haben Juristen einen Alternativvorschlag präsentiert: Der Platz am Stimmzettel könnte einfach leer bleiben. FPÖ und BZÖ würden dann hinter den Grünen auf Platz fünf beziehungsweise sechs folgen. Ein weiterer Streitpunkt ist die Bundeswahlbehörde, die noch vor der Wahl neu besetzt werden muss. Der Knackpunkt: Es ist nur Platz für entweder einen blauen oder einen oranger Vertreter. Sollten die Orangen den Zuschlag erhalten, fordern die Blauen OSZE-Beobachter für die Wahl.
Die gesamte Story zum Wahl-Dreikampf finden Sie im aktuellen NEWS!
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