Kollegen sauer: Stadlers Kandidatur für Wahlen stößt bei Volksanwälten auf Kritik
- Kostelka: "Das tut der Volksanwaltschaft nicht gut"
- Stadler kandidiert laut Medien nur auf NÖ-Liste
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Die Absicht von Volksanwalt Ewald Stadler, für die FPÖ in den Wahlkampf zu ziehen, hat bei seinen Kollegen Kritik ausgelöst. "Es wird schwer möglich sein, dass jemand, der am Abend eine Wahlveranstaltung bestreitet, am nächsten Morgen als überparteilicher Volksanwalt eine Sprechstunde abhält", so der von der SPÖ nominierte Volksanwalt Peter Kostelka.
"Das tut auch der Volksanwaltschaft nicht gut", betonte Kostelka, der bei der letzten Wahl selbst für die SPÖ kandidiert hatte, gegenüber den "Salzburger Nachrichten".
"Wie will er das denn machen? Will er bei der Volksanwälte-Sendung am Samstag alle Bürger vertreten und in den Nachrichten im Hauptabendprogramm dann als Wahlkämpfer auftreten? Am Vormittag Sprechtag, am Nachmittag Straßenkampagne?", kritisierte Kostelka seinen Kollegen auch in der "Presse". Mit diesen und anderen Fragen werden Kostelka und die dritte Volksanwältin Rosemarie Bauer (V) den FP-Politiker in einer Aussprache konfrontieren.
Stadler will dieses Problem umgehen, indem er nicht auf der Bundesliste, sondern auf dem zweiten Platz in Niederösterreich hinter der Abgeordneten Barbara Rosenkranz kandidiert und alle NÖ-Fälle abgibt, wie der "Kurier" berichtete. Seinen Platz als Volksanwalt will Stadler erst räumen, wenn er sein Mandat im Nationalrat antritt: "Wenn ich jetzt ginge, würde ich mich parteischädigend verhalten, denn dann würden die Orangen die Volksanwaltschaft nachbesetzen."
Stadler ist bis Juli 2007 als Volksanwalt bestellt. Verfassungsrechtlich ist es einem Volksanwalt nicht verboten, Wahlkampf zu führen. Eine Entscheidung muss Stadler erst treffen, wenn und falls er tatsächlich in den Nationalrat gewählt wird. Die Ausübung beider Ämter zusammen ist nicht erlaubt. Er müsste als Volksanwalt zurücktreten. In diesem Fall hätte die Partei, die ihn entsendet hat, das Recht, einen Nachfolger vorzuschlagen. Nun ist Stadler seinerzeit zwar von der FPÖ nominiert worden. Völlig ungeklärt ist aber, ob das Vorschlagsrecht nach der Parteispaltung auf das BZÖ übergegangen oder aber bei der FPÖ verblieben ist.
Sichere FPÖ-Tickets in den Nationalrat bekommen neben Parteichef Heinz Christian Strache seine Parteisekretäre Herbert Kickl (3. Platz, Bundesliste) und Harald Vilimsky (Wiener Liste). Der EU-Mandatar Andreas Mölzer muss in Brüssel bleiben - ginge er in den Nationalrat, würde der orange Hans Kronberger auf Mölzers EU-Mandat nachrücken, berichtete der "Kurier".
(apa/red)
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