Gesund sind nur die Preise: Cornflakes fallen beim Test der Arbeiterkammer durch
- Frühstücksflocken sind oft zu süß und zu salzig
- Jedes dritte Produkt unbefriedigend gekennzeichnet
·Bis 32 Stück Würfel- zucker pro Liter Limo
AK-Test: "Light"-Getränke
oft gar nicht so "leicht"
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Bei sechs von elf Proben Grenzwerte überschritten
Knusperflocken als Teil eines vermeintlich gesunden Frühstücks sind weit verbreitet. Ein Test der Wiener Arbeiterkammer (AK) ergab jedoch ein ernüchterndes Ergebnis: Keines der 15 getesteten Cornflakes-Produkte war empfehlenswert. Die meisten waren zu salzig und süß, um als gesundes Frühstück durchzugehen. Gefordert wird daher mehr Sicherheit für Konsumenten bei der Kennzeichnung der Produkte.
Die AK hat 15 verschiedene Sorten von Knusperflocken in vier Wiener Supermärkten im März und April eingekauft und die ernährungsphysiologische Qualität auf Grund der Nährwert- und Zutatenkennzeichnung bewertet. Das Resultat spricht Bände: 80 Prozent sind zu süß, zwei von drei zu salzig. Jedes dritte Produkt ist unbefriedigend gekennzeichnet, die enthaltene Menge Zucker und Salz ist nicht angegeben.
Zu viel Salz und Zucker
Bei den anderen Packungen seien diese Angaben zwar da, aber sie brächten nichts, weil Referenzwerte fehlen, moniert AK-Ernährungsexpertin Petra Lehner. "Der Konsument kann sich kein Bild machen, wie viel Salz 0,6 Gramm in 100 Gramm oder wie viel Zucker 30 Gramm pro 100 Gramm ist, nämlich zu viel", so Lehner. Gerade Kinder hätten mit manchen Frühstücks-Cornflakes schon mit einer Portion ein Drittel ihres Zuckerbedarfs für den ganzen Tag gedeckt. "Zwei von drei liefern sogar mehr Zucker pro Portion, als fürs Frühstück empfohlen", ärgert sich die Expertin.
Teure Alternative
Alle untersuchten Produkte bis auf eines sind mit Vitaminen und/oder Mineralstoffen angereichert. Dies geschehe scheinbar willkürlich und unnötig, weil vor allem beigegeben wird, wovon man ohnehin genug habe, erklärt Lehner. "Im Vergleich zu einem normalen Frühstück, etwa einem Butterbrot, bieten Cornflakes keine nennenswerten Vorteile." Ganz im Gegenteil: "Sie kosten mehr", so die AK-Expertin. Pro Packerl zahle man im Durchschnitt 2,50 Euro und kaufe viel Luft und unnötig Müll mit.
AK fordert bessere Produktkennzeichnung
Die AK fordert daher mehr Sicherheit für Konsumenten bei der Produktkennzeichnung. Anstelle der üppigen Werbung wäre eine einfache Nährwertkennzeichnung auf EU-Ebene nötig, vor allem für Zucker, Fett und Salz. Außerdem müsse die bereits ausverhandelte EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmitteln unbedingt im nächsten EU-Gesundheitsministerrat verabschiedet werden, so die AK. Dann werde Gesundheitswerbung für zu süße, salzige oder fette Produkte - wie es beim Cornflakes-Test aufgetreten sei - untersagt sein.
Getestet wurden folgende Produkte:
Knusperone Wellness Flakes Plus, Knusperone White Flakes, Nestle Fitness mit Vollkornweizen, Nestle Lion Cereals, Nestle Trio, Nestle Clusters, Kelloggs Frosties original, Kellogs Frosties mit weniger Zucker, Kelloggs Cornflakes, Kelloggs Special K Black Berry, Gut&Günstig Wellness Flakes, Gut&Günstig Wellness Flakes mit Früchten, Spar Cornflakes, Spar Sugar Flakes, Spar Choco Flakes. (APA/red)
