Viertel der Mütter in Karenz verdient dazu: Arbeiterkammer kritisiert Sozialministerium
- Familienväter nutzen weitaus seltener "Babypause"
- Grund: Familien brauchen Einkommen des Mannes
·Frauen erst in 150 Jahren fair entlohnt?
Studie: Politik ist untätig gegen Diskriminierung
Ein Viertel der Mütter in Karenz verdient dazu, bei den männlichen Kindergeldbeziehern sind es gar 56 Prozent. Aus einer Studie der Arbeiterkammer geht hervor, dass von 158.870 Frauen, die Kinder- oder das auslaufende Karenzgeld im Juni dieses Jahres bezogen haben, 38.674 oder 24,3 Prozent dazu verdienen. Von den 5.641 Männern in Karenz waren es 3.155 oder 56 Prozent.
Über der Geringfügigkeitsgrenze von 333,16 Euro monatlich verdienen 27.109 Mütter in Karenz, das sind 17 Prozent. Bei den Männern sind es 2.778 oder 49 Prozent. Die Zuverdienstgrenze liegt derzeit bei 14.600 Euro pro Jahr.
Viele Familien können nicht ohne Einkommen des Mannes
Die AK verweist auf Grund der vorliegenden Daten darauf, dass es sich viele Familien nicht leisten könnten, auf das Einkommen des Mannes zu verzichten. Schuld daran sei auch die Regelung des Kinderbetreuungsgeldes. Starre Zuverdienstgrenzen sorgten dafür, dass nur wenige Väter in Karenz gingen. Und wenn, würden sie ihre Zuverdienstmöglichkeiten stärker als Frauen nützen. Die Arbeiterkammer fordert eine Reform des Zuverdiensts. Eltern sollten in Zukunft frei entscheiden können, ob sie sich an die bisherige Geldgrenze oder an eine Arbeitszeitgrenze von 24 Stunden pro Woche halten.
Kritik übt die AK an Sozialministerin Haubner. "Dass die Sozialministerin immer wieder Reformen beim Zuverdienst in Aussicht stellt, aber keine konkreten Schritte setzt, bringt den Müttern und Vätern lediglich Rechtsunsicherheit", heißt es. (APA)
