Schlank durch Spritzen: "Diät-Impfung" in Kalifornien erfolgreich an Ratten getestet
- Wissenschafter: Bei Menschen noch in weiter Ferne
- Impfstoff blockiert Fettabbau bremsendes Hormon
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US-Forscher haben eine Impfung gegen Fettleibigkeit erfolgreich an Ratten erprobt. Das experimentelle Vakzin hemmt ein körpereigenes Hormon, das den Fettabbau bremst. Geimpfte Ratten nahmen bei gleicher Nahrung weniger zu als geimpfte, berichtet die Gruppe um Kim Jandar vom Scripps-Forschungsinstitut in La Jolla (Kalifornien) im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS"; Online-Vorabveröffentlichung). Bis jedoch Menschen durch Spritzen schlank werden oder bleiben könnten, werde noch viel Zeit vergehen, warnen die Forscher vor verfrühten Hoffnungen.
Angesichts der globalen Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit, die weltweit bereits etwa eine Milliarde Menschen betreffen, hatte das Team nach einem neuen Behandlungsansatz gegen Fettpolster gesucht. Tabletten müssten ständig genommen werden und könnten teils riskante Nebenwirkungen haben, schreiben Jandar und Kollegen. Dagegen könnten Impfstoffe jüngste Forschungsergebnisse über die Mechanismen des Stoffwechsels sowie über den natürlichen Hang des Körpers, Fettreserven anzulegen, dauerhafter umsetzen.
Das Team entwickelte drei Antigene gegen unterschiedliche Bestandteile des Hormons Ghrelin, das den Fettabbau im Körper bremst. Im Tierversuch führten zwei dieser Antigene zur Bildung von Antikörpern gegen die aktive Form des Hormons, wodurch die Wirkung von Ghrelin unterdrückt wurde. Geimpfte Ratten aßen das gleiche, nahmen aber weniger zu als nicht geimpfte Tiere. Dasselbe Hormon ist auch im menschlichen Stoffwechsel aktiv. Ob eine solche Impfung auch Menschen in ferner Zukunft einmal erlauben könnte, nach Herzenslust zuzugreifen ohne an ihre Taille denken zu müssen, ist allerdings noch offen.
(apa/red)
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