Samstag, 5. August 2006

Kündigung angedroht: GKK-Steiermark-Obmann fordert Ärzte zum Widerstand auf

  • Offener Brief von Josef Pesserl an steirische Mediziner

Im Streit um eine Erhöhung der Honorare für niedergelassene Ärzte hat sich Josef Pesserl, Obmann der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse (GKK), in einem offenen Brief an die steirischen Ärzte gewandt. Die Ärztekammer warf der GKK Scheinverhandlungen vor und soll mit Vertragskündigung gedroht haben - nun rief Pesserl die Mediziner zum Widerstand auf. Die - unter anderem - geforderte 17-prozentige Gehaltserhöhung sei "selbst in den Jahren des Wirtschaftswunders undenkbar gewesen", so Pesserl.

In den Verhandlungen mit der Ärztekammer würde sich bereits vor Gesprächsbeginn abzeichnen, dass die Standesvertreter nicht verhandeln, sondern den Vertrag kündigen wollen, ist im Brief vom Freitagabend zu lesen. "Ärztevertreter werfen uns Gesprächsverweigerung vor: In Wahrheit sind längst drei Termine allein für die Woche vom 7. bis 11. August 2006 angeboten", so Pesserl.

Eine Kündigung des Vertrages wäre für alle eine enorme Belastung, so der GKK-Obmann. "Aber sie bietet auch Raum für eine notwendige Neuordnung." Zum Schluss rief Pesserl die Ärzte zum Widerstand auf: "Ihre Vertretung beruft sich bei ihrem Vorgehen auf den Druck, den die einzelnen Ärzte angeblich auf sie machen. Ich kann mir, offen gesagt, nur schwer vorstellen, dass Sie tatsächlich so entschieden hinter Art und Inhalt eines derartigen Vorgehens stehen." Sei das tatsächlich so, sollten das die Ärzte ihren Vertretern auch mitteilen.

Das steirische BZÖ forderte in einer Aussendung vom Samstag Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) auf, als Aufsichtsorgan der Gebietskrankenkassen dem Streit ein Ende zu bereiten. (apa)

5.8.2006 13:06