Freitag, 4. August 2006

Betrug bei Steiermärkischer Sparkasse: Mitarbeiter fügten Kunden Verluste zu

  • Schaden soll weit über 100.000 Euro betragen
  • Betroffene Kunden erhalten Wiedergutmachung

Zwei Mitarbeiter der Steiermärkischen Sparkasse sollen in einer Grazer Filiale Kundengelder veruntreut haben. Wie seitens der Bank bekannt gegeben wurde, sind vom Betrugsfall bis zu 40 Kunden betroffen. Die beiden Angestellten wurden sofort entlassen, so Vorstandsvorsitzender Gerhard Fabisch, bei einer Pressekonferenz.

Der Betrugsfall ist vor wenigen Tagen bei einer Revision bekannt geworden. Zwei Mitarbeiter sollen bei Wertpapier-Transaktionen Verluste auf Kundenkonten ohne entsprechende Kundenaufträge erwirtschaftet haben. Aufgeflogen waren die Machenschaften, als einer der beiden mutmaßlichen Betrüger auf Urlaub gehen wollte. "Im Zuge seiner Urlaubsvorbereitungen sind die Informationen immer dichter geworden, dass etwas nicht stimmen kann und so sind wir auf diesen Fall draufgekommen", so Fabisch.

Betroffen sind laut Fabisch zwischen 30 und 40 Kunden, die zurzeit informiert werden. Sie selbst sollen laut Bank von den Betrügereien auf ihren Depots nichts mitbekommen. "Die Mitarbeiter haben auch mit gefälschten Depotauszügen die Kunden getäuscht", erläuterte Fabisch die Vorgangsweise. Die Sparkasse gehe auf die betroffenen Kunden zu, selbstverständlich werde man Schadenswiedergutmachung anbieten, so der Vorstandsvorsitzende. "In unserer bald 200-jährigen Geschichte ist noch nie ein Kunde zu Schaden gekommen. Das wird auch in diesen Fällen so bleiben", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Die beiden betroffenen Mitarbeiter wurden entlassen, sie müssen nun mit einem Strafverfahren rechnen.

Unter Berücksichtigung der bedauerlichen Situation bleibe die für 2006 berechnete Prognose des Konzernüberschusses der Steiermärkischen Sparkasse aufrecht, meinte Fabisch. Das gute Bilanzergebnis 2006 werde nicht beeinträchtigt. Erst unlängst gelang dem Institut der Einstieg in das Bankgeschäft in Serbien.
(APA/red)

4.8.2006 11:57