Österreicher sind Investment-Spitzenreiter:
Schon fast jeder Dritte besitzt Wertpapiere
- 39% planen in nächsten Monaten Neuinvestitionen
Die österreichischen Privatanleger sind besonders optimistisch, was die Entwicklung des Aktienmarktes betrifft. Laut einer erstmals in Österreich durchgeführten "Investor Confidence"-Studie der Investmentbank JPMorgan erwarten 59 Prozent der Befragten trotz aktueller Kurseinbrüche eine positive Entwicklung des ATX. Fast jeder dritte Österreicher über 15 besitzt demnach Wertpapiere und jeder zweite von ihnen (39 Prozent aller Befragten) plant Neuinvestitionen in den nächsten Monaten.
Die Befragung wurde in Österreich erstmals im Juni 2006 von GfK durchgeführt und soll vierteljährlich wiederholt werden - befragt werden 1.500 Männer und Frauen über 15 Jahren. Parallel zu Österreich werden monatlich auch Anleger in Großbritannien (seit 2000) und Deutschland (seit 2002) befragt. Vierteljährliche Studien gibt es in der Schweiz, Belgien und Schweden.
Ein vergleichsweise niedriger Prozentsatz (19 Prozent) der Österreicher hält eine positive Entwicklung des österreichischen Aktienindex ATX in den kommenden sechs Monaten für unwahrscheinlich. Der Anteil derjenigen, die die Börsenentwicklung "neutral" beurteilen, steht bei 22 Prozent. "Der Großteil unserer Landsleute geht offensichtlich von einer gesunden Marktbereinigung aus und vertraut den guten Unternehmensbewertungen", interpretiert Berndt May, Chef des JPMorgan Asset Management in Österreich, das Ergebnis der Umfrage. "Wir erwarten schon gespannt die Vergleichswerte der nächsten Welle im September." Ab der zweiten Welle werden der JPMorgan Investor Confidence-Index und der JPMorgan Investor Confidence-Gesamtindex berechnet und mit der tatsächlichen Aktienmarktentwicklung verglichen.
Im Optimismus-Vergleich werden die österreichischen Privatanleger lediglich von den Schweizern übertroffen, von denen 66 Prozent Vertrauen in den heimischen Wertpapiermarkt haben. Weniger gut ist die Stimmung in Deutschland (54 Prozent) und Schweden (50 Prozent). Der Abstand zu den Anlegern aus Belgien (43 Prozent) fällt noch deutlicher aus. In Großbritannien wurde in der aktuellen Befragungswelle ein Allzeit-Stimmungstief gemessen: Nur 18 Prozent der Privatanleger sehen momentan eine positive Aktienmarktentwicklung als wahrscheinlich an.
Wie die JPMorgan-Studie zeigt, haben die österreichischen Privatinvestoren bei Geldanlagen einen Vorsprung vor den Deutschen. "Fast jeder dritte der befragten Österreicher besitzt bereits Fonds und andere Investments, in Deutschland ist es lediglich jeder Fünfte", zieht May den Vergleich zu den Nachbarn.
Die beliebteste Anlageform in Österreich sind Investmentfonds, in die 20 Prozent der Befragten investiert sind, gefolgt von Aktien (13 Prozent) und Anleihen (9 Prozent). Dagegen geben nur 2 Prozent der Anleger an, Optionsscheine zu besitzen. Traditionell sind Männer die aktiveren Anleger. So besitzen 34 Prozent der männlichen Befragten Wertpapiere und Investments, im Vergleich zu 25 Prozent der befragten Frauen.
Bei den für die nähere Zukunft geplanten Investitionen sind Fonds führend in der Anlegergunst: 24 Prozent gaben an, innerhalb des nächsten Jahres in Fonds investieren zu wollen. 26 Prozent der Anleger planen, ein Sparbuch zu eröffnen - insgesamt besitzen etwa 70 Prozent der Österreicher ein Sparbuch. Aktien liegen mit 14 Prozent an dritter Stelle, Anleihen (7 Prozent) und Zertifikate (2 Prozent) sind weit abgeschlagen.
Insgesamt erklären 51 Prozent der österreichischen Privatinvestoren (oder 39 Prozent aller Befragten), in den nächsten zwölf Monaten investieren zu wollen. An zweiter Stelle der untersuchten Länder liegen die Deutschen mit 43 Prozent (23 Prozent der Befragten). Im Vergleich dazu agieren die Schweizer trotz einer ausgeprägt optimistischen Stimmung verhalten - nur 29 Prozent der eidgenössischen Investmenthalter planen, weiterhin anzulegen.
Das investitionsfreudigste Bundesland ist Oberösterreich: Hier zeigen 61 Prozent der Anleger weiteres Kaufinteresse. Obwohl die Kärntner beim Optimismus die letzte Stelle im Bundesländer-Ranking einnehmen, gehören sie mit zu den Investitionsfreudigsten: 60 Prozent der Anleger planen, im nächsten Jahr zu investieren. Fast zehn Prozentpunkte darunter liegen die Wiener (51 Prozent). Es folgen die Burgenländer, die mit den äußerst optimistischen Vorarlbergern sowie Salzburg und Niederösterreich (alle 47 Prozent) gleichauf liegen. Tirol und die Steiermark mit 42 Prozent Kaufinteressenten unterschreiten als Nachzügler den österreichischen Durchschnittswert deutlich. (apa/red)
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