Insolvenzverfahren gegen Yukos eröffnet: Zerschlagener Konzern für bankrott erklärt
- Ehemaliger Öl-Riese hat 14,5 Mrd. Euro Schulden
Das Insolvenzverfahren gegen den zerschlagenen russischen Ölkonzern Yukos ist eröffnet worden. Das Gericht erklärte Yukos für bankrott und machte damit den Weg für die Liquidation des Unternehmens frei. Der einstige russische Branchenprimus soll umgerechnet rund 14,5 Milliarden Euro Schulden bei einem offiziellen Unternehmenswert von knapp 14 Milliarden Euro haben.
Der Insolvenzantrag war im März von 14 westlichen Banken mit der französischen Société Générale an der Spitze gestellt worden. Die Banken hatten Yukos 2003 einen Kredit über eine Milliarde Dollar gewährt. Inzwischen wurde das Recht auf Restschulden von 482 Millionen Dollar an Rosneft abgetreten. Hauptgläubiger sind der staatliche Konkurrent Rosneft sowie die Steuerbehörden.
Zuvor hatten die Gläubiger einen von Yukos vorgelegten Plan zur finanziellen Sanierung des Konzerns abgelehnt. Der frühere Yukos-Chef Michail Chodorkowski war 2005 zu acht Jahren Lagerhaft wegen schweren Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden.
Der Fall gilt in Expertenkreisen als eine politische Intrige des Kremls mit dem Ziel, den unbequemen Chodorkowski zu entmachten und Yukos an den Staatskonzern Rosneft zu übertragen. Yukos ist nach Förderzahlen vom Mai dieses Jahres die siebentgrößte russische Ölfirma.
(apa)
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