Formel '10-12-60': Leitl pocht auf flexiblere
Arbeitszeit und schärfere Job-Zumutbarkeit
- Ziel wäre Vollbeschäftigung binnen zehn Jahren
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Wirtschaftskammerpräsident Leitl hält an seinem Ziel einer flexibleren Arbeitszeit fest. Eine Orientierung sei dabei die Formel "10-12-60", was das normale und maximale tägliche Stundenausmaß sowie die höchstmögliche wöchentliche Arbeitszeit betrifft. Die in den Betrieben schon gelebte Praxis müsse auf eine gesetzliche Grundlage gestellt werden, fordert Leitl.
Auch das Thema "Zumutbarkeit" von vermittelten Jobs will der WKÖ- Chef offensiv angehen. Ziel müsse Vollbeschäftigung in Österreich binnen zehn Jahren sein, also eine Arbeitslosenrate von nur drei Prozent. Geld für den dafür benötigten Wachstumskurs könnten Einsparungen durch die Bundesstaatsreform (3,5 Mrd. Euro) und eine Gesundheitsreform (zwei Mrd. Euro) bringen.
Bei der Job-Zumutbarkeit, die im Vorjahr schon einmal neu geregelt wurde, verlangt Leitl von den Arbeitssuchenden künftig mehr "räumliche Mobilität": "Ich will die Freiheit der Job-Suche auf ganz Österreich ausdehnen." Es sei nicht einzusehen, dass etwa viele junge Deutsche in westösterreichischen Tourismusregionen tätig seien, Österreicher dorthin aber nur schwer vermittelbar seien.
Zur Arbeitszeit-Flexibilisierung hält Leitl den Vorschlag der Industriellenvereinigung mit der Formel "10-12-60" für eine gute Basis, um das Thema nun "nach einer gewissen Pause, wo die Emotionen abgekühlt sind, wieder neu anzugehen". Es müsse eine Lösung gefunden werden, die "fair" und "ausgewogen" ist und gegen die auch nicht das Argument "Lohnraub" ins Treffen geführt werden könne.
Vom ÖGB erwartet Leitl trotz der internen Schwierigkeiten der Gewerkschaft im Gefolge des BAWAG-Skandals ein "couragiertes Herangehen" an "sachliche Themen". Es gehe darum, "Probleme die überall in Europa existieren, rascher und konsensualer als andere zu lösen". (APA)
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