Robert Kubica: Der erste Pole in
der Königsklasse des Motorsports
- könnte Jacques Villeneuve dauerhaft ersetzen
Der Freitag war ein ungewöhnlicher für Robert Kubica. Üblicherweise verrichtet der 21-Jährige ausschließlich Testfahrer-Aufgaben für BMW-Sauber, diesmal suchte er in Mogyorod bei Budapest nach der richtigen Abstimmung für seinen eigenen Boliden. Der erste Pole überhaupt in der Formel 1 gibt am Wochenende ausgerechnet im nahe gelegenen Ungarn sein Renndebüt in der Königsklasse.
Kubica ersetzt beim Grand Prix auf dem Hungaroring den kanadischen Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve. Dieser ist nach seinem Unfall in Hockenheim angeblich verletzt, klagt über Kopfschmerzen. Es ist allerdings ein offenes Geheimnis, dass Villeneuve beim Team nicht mehr erwünscht ist. Dementsprechend könnte Kubica den Kanadier auch in den weiteren fünf ausständigen Saisonrennen vertreten.
Villeneuve, der sich im vergangenen Dezember nur durch einen gültigen Vertrag ins Team reklamiert hatte, könnte ausbezahlt werden und der Formel 1 nach seinem WM-Titel von 1997 für immer den Rücken kehren. "Wir wissen es nicht", sagte BMW-Motorsportchef Mario Theissen, der Kubica für dessen Alter für "sehr reif" hält. "Wir fällen unsere Entscheidung erst nach diesem Wochenende."
Da nämlich erhält Kubica erstmals die Chance, Rennhärte zu beweisen. "Ich bin zuversichtlich, dass ich mich in der neuen Situation gut zu Recht finde", meinte der Youngster. Nach den möglichen Gründen für einen Fahrerwechsel befragt, zeigte sich Kubica selbstbewusst. "Vielleicht ist es ja die Pace", antwortete der zweitjüngste Fahrer im Feld, der zuletzt als Tester immer wieder von sich reden gemacht hatte.
Kubica war in durchschnittlichen Verhältnissen in Krakau aufgewachsen, begann jedoch bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Kart-Sport. Mit 13 Jahren wechselte der mehrfache polnische Nachwuchs-Meister auf Initiative seines Vaters nach Italien. "Ohne diesen Schritt hätte ich es nie geschafft", erklärte der erste polnische Grand-Prix-Pilot. "In Polen sind die Voraussetzungen für Top-Motorsport einfach nicht vorhanden." Seine Landsleute feierten Kubica trotzdem schon vor seinem Debüt als Helden.
(apa/red)
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