Donnerstag, 3. August 2006

Formel 1-Saison spannend wie lange nicht: Schumi will Höhenflug in Ungarn fortsetzen

  • Nur noch elf WM-Punkte Rückstand auf Leader Alonso
  • Spanier bleibt cool: "Bin völlig ruhig und unaufgeregt"

Mit einem vierten Erfolg in Serie könnte Michael Schumacher am Wochenende in Ungarn mit Weltmeister Fernando Alonso an Saisonsiegen gleichziehen. Sechs Rennen hat der spanische WM-Leader bis dato gewonnen, auf dem Hungaroring ist aber erneut der wiedererstarkte Ferrari-Superstar der Favorit. Der deutsche Rekordweltmeister ist drauf und dran, seinen auf elf WM-Zähler zusammengeschmolzenen Rückstand weiter zu verkürzen.

"Das ist unser Hauptziel. Dafür müssen wir weiterhin konzentriert und zielorientiert arbeiten", erklärte Schumacher, der in der Rennvorbereitung wie vor seinem Heimsieg in Hockenheim auf Fußball setzte. Im Ferenc-Puskas-Stadion von Budapest besiegte die von ihm als Kapitän angeführte Piloten-"Nationalmannschaft" eine ungarische All-Star-Auswahl (u. a. mit den ehemaligen Österreich-Legionären Imre Szabics und Peter Lipcsei) mit 11:6.

Giancarlo Fisichella, der als bester Fußballer im Formel-1-Zirkus gilt, fehlte beim Benefizspiel vor mehr als 20.000 Zuschauern. Sein Team hat andere Sorgen. Erstmals in dieser Saison landete in Deutschland kein Renault auf dem Podest, der Vorsprung auf Ferrari in der Konstrukteurs-WM ist auf zehn Punkte zusammengeschrumpft. "Wir haben ein paar Probleme gehabt", gestand der Italiener.

Sein weltmeisterlicher Teamkollege Alonso will sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen, trat in Budapest gewohnt gelassen vor die Presse. "Ich bin völlig ruhig und unaufgeregt", sagte der Spanier, der seinen 25. Geburtstag in Hockenheim mit der Einstellung seines schlechtesten Saisonergebnisses (Platz 5) begangen hatte. Mit Ausnahme des US-Grand-Prix landete Alonso sonst in allen zehn von zwölf WM-Läufen zumindest auf Rang zwei.

Zu dieser Konstanz will Renault in Budapest zurückkehren. "Dafür müssen wir ans Limit gehen", meinte Fisichella - auch mit den nicht unumstrittenen Schwingungsdämpfern. Diese hatte Renault in Hockenheim noch ausbauen müssen, für Ungarn hat sie der Automobil-Weltverband FIA zumindest vorläufig zugelassen. Entwickelt wurde das System vom zu Red Bull Racing übersiedelten Renault-Ingenieur Rob Marshall.

Ein ähnliches System kommt daher auch im österreichisch-englischen Team zum Einsatz, für das der Österreicher Christian Klien erneut WM-Punkte einfahren will. "Wir sind auf dieser Strecke mit unserem Auto sicherlich sehr gut dabei", meinte der Vorarlberger, dem wie vielen seiner Kollegen in der dreiwöchigen Rennpause ein Heimaturlaub bevorsteht.

Doch während sein Landsmann Alexander Wurz sein Cockpit als Williams-Rennpilot für die kommende Saison bereits fix hat, regiert bei Klien im Urlaub noch die Unsicherheit über 2007. "Ich will schon, dass es zu einem Österreicher-Duell kommt", erklärte der 23-Jährige. Fix scheint allerdings nur, dass sein schottischer Teamkollege David Coulthard im Team bleibt. "Bei Red Bull kann es aber sehr schnell gehen", meinte Klien.

(apa/red)

3.8.2006 17:46
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