Dienstag, 1. August 2006

Alarmstufe rot bei Renault vor Ungarn-GP: Ferrari-Doppelsieg lässt die Blauen zittern

  • In Budapest Vorentscheidung vor Sommerpause
  • Dämpfer und Reifen im Mittelpunkt des WM-Kampfes

Michael Schumacher ist vor dem Ungarn-GP am Sonntag in Budapest ungewohnt optimistisch, bei Renault herrscht hingegen Alarmstufe rot. "Es war wirklich schwer, das Auto auf der Piste zu halten und konstante Zeiten zu fahren. In einigen Momenten war es unfahrbar", gestand Renault-Pilot Giancarlo Fisichella nach der Pleite der Franzosen beim Grand Prix am vergangenen Sonntag in Hockenheim.

Der Team-Kollege des spanischen WM-Spitzenreiters Fernando Alonso wunderte sich sehr über die Rückkehr von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher zu alter Stärke: "Die WM ist wieder offen und das hatte ich nicht erwartet. Ferrari ist überlegen, wir sind schwächer geworden und das ist das Resultat. Jetzt müssen wir die Gründe finden", meinte Fisichella.

Schumacher hingegen rechnet nach dem souveränen Heim-Triumph in Budapest fest mit seinem 90. Karriere-Erfolg. Der deutsche Star des "roten" Ferrari-Teams will den in den letzten drei Saison-Rennen von 25 auf 11 Punkte reduzierten Rückstand in der WM-Fahrer-Wertung auf den Spanier Alonso weiter verkürzen. Er kann ja nun aus eigener Kraft wieder Weltmeister werden. Wenn er alle ausstehenden 6 Rennen gewinnt, ist er zum 8. Mal Weltmeister.

"Auf geht es zum nächsten Streich. Für das Rennen in Budapest wünsche ich mir einen ähnlichen Auftritt wie am vergangenen Wochenende in Hockenheim", gab sich Schumacher auf seiner Internetseite prompt sehr zuversichtlich. "Unsere Chancen stehen gar nicht mal so schlecht, auch wenn ich bei solchen Aussagen normalerweise sehr vorsichtig bin und auch nicht von einem so großen Leistungsunterschied wie zuletzt ausgehe", erklärte der Deutsche.

Das letzte Rennen vor der dreiwöchigen Sommerpause dürfte von vorentscheidender Bedeutung sein. "Warten wir ab, ob man von Ferraris Comeback sprechen kann. Bis jetzt sind sie zuverlässig, warten wir, ob sie es bleiben. Die Toten werden erst begraben, wenn sie kalt sind", sagte Renault-Teamchef Flavio Briatore, der auch den zuletzt schwächelnden Reifenpartner in die Pflicht nahm. "Jetzt müssen wir sicher mehr arbeiten, wir und Michelin."

Sein Fahrer Fisichella wunderte sich über die erste richtig schwache Ausfahrt des "blauen" Renault-Teams in diesem Jahr. "Angesichts des Vorsprungs, den wir zu Beginn der Saison hatten, ist ein fünfter und sechster Platz wirklich mager", sagte der Italiener, der in Hockenheim hinter Alonso ins Ziel gefahren war. Alonso hatte ohnehin einen anderen Reifentyp verlangt, Michelin aber nach den Tests in Jerez anders entschieden

"Beim Bremsen und Beschleunigen fehlte Grip. Ein Problem, das wir auch in Magny-Cours hatten. Wir müssen uns das noch einmal anschauen. Die Michelin-Reifen waren nicht perfekt, aber andere sind mit Michelin vor uns gelandet", sagte Fisichella zur "Gazzetta dello Sport".

In Hockenheim musste Renault aber auch auf die eigens entwickelten Schwingungsdämpfer verzichten, die vom Weltverband FIA verboten worden waren. Auch deshalb sollen Alonso und Fisichella in Deutschland hinterhergefahren sein. In Budapest will das französische Formel-1-Team das umstrittene System wieder einsetzen. Auch Ferrari hat solche Schwingungsdämpfer entwickelt, allerdings nicht so ausgereifte wie Renault. Ärger ist jedenfalls vorprogrammiert.
(apa/red)

1.8.2006 14:04
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