"Wie in alten Zeiten": Schumacher glaubt nach Sieg in Hockenheim wieder an WM-Titel
- Deutschem winkt schon am Sonntag 90. Rennsieg
- Klien darf nach zweitem WM-Punkt wieder hoffen
·Ferrari-Doppelsieg beim Hockenheim-GP
Schumi vor Massa, Klien holt 1 Punkt. Alonso 5.
·Schumacher jubelt: "Wie in alten Zeiten"
BILDER: Deutscher glaubt
nach Sieg wieder an Titel
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1-Weltmeisterschaft
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Die Wende ist geschafft, der achte WM-Titel wieder greifbar nahe und der 90. Grand-Prix-Triumph winkt schon am Sonntag in Mogyorod bei Budapest: In Ungarn will Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher seine Siegesserie fortsetzen und dem schwächelnden Renault-Rivalen Fernando Alonso die nächste schwere Niederlage zufügen.
"Vielleicht schaffen wir es auch in Budapest, von Fernandos Vorsprung mehr als zwei Zähler abzuknabbern. Wir sollten dort gute Möglichkeiten haben, beide Ferrari vor beiden Renault zu platzieren", ließ sich Schumacher nach seiner Spazierfahrt im Heimrennen in Hockenheim zu einer für seine Verhältnisse euphorischen und gewagten Prognose hinreißen.
Schumacher schwebte nach seiner grandiosen Grand-Prix-Gala auf Wolke sieben und geriet ins Schwärmen: "Das ist fast wie in alten Zeiten. Wer letztes Jahr unsere Performance gesehen hat, hätte keinen Pfennig darauf gegeben, dass wir nochmals so auftrumpfen können."
Ferrari gibt wieder das Tempo vor
Die Roten bestimmen im WM-Rennen mit den Blauen plötzlich wieder das Tempo. Schumacher und die Scuderia sind drauf und dran, beim prestigeträchtigen Heimauftritt in Monza im September - wo endlich das große Geheimnis um Schumachers Formel-1-Zukunft gelüftet wird - wieder die Spitze zu übernehmen.
Die internationale Presse würdigte die Leistungen des 89-fachen Grand-Prix-Triumphators und seines Teams. "Ferrari-Show in Deutschland - Schumi ist nur noch einen Schritt von Alonso entfernt", titelte etwa "La Repubblica", während "The Guardian" zum Schluss kam: "Schumacher hat im Titelrennen einen Gang höher geschaltet, während der Weltmeister wankt." Die französische "L'Equipe" übte dagegen harte Kritik am Rennstall des spanischen Champions: "Das gesamte Renault-Team hat sich als unfähig gegenüber Ferrari herausgestellt."
Sollte es Schumacher schaffen, den nur noch elf Punkte betragenden Rückstand auf Alonso weiter im Rhythmus der zurückliegenden drei Rennen zu verkürzen, wäre er am 10. September nach dem Grand Prix von Italien und damit erstmals seit beinahe 23 Monaten wieder die Nummer 1 in der Fahrerwertung. Insgesamt 14 Zähler hat der 37-jährige Deutsche im Zuge seines Sieg-Hattricks auf Alonso gutgemacht. "Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass wir in Ungarn ähnlich dominieren", lautete Schumachers vorsichtige Prognose für den 13. der insgesamt 18 WM-Läufe.
Alonso: "Nicht konkurrenzfähig"
"Wir waren an diesem Wochenende nicht konkurrenzfähig", stellte dagegen der gedemütigte Alonso sichtlich niedergeschlagen fest. Noch vor vier Wochen klar auf WM-Kurs liegend, schwimmen ihm plötzlich die Felle davon. Vor allem bei den Reifen hat Schumacher dank der stark verbesserten Bridgestone-Pneus nun deutliche Vorteile gegenüber seinem mit Michelin fahrenden Widersacher.
Der Spanier hofft trotzdem weiter, das drohende Unheil noch abwenden zu können: "Wir müssen positiv denken und uns auf Ungarn konzentrieren. Die Reifen, die wir dort benutzen, sind völlig anders als die von Hockenheim." Renault-Teamchef Flavio Briatore bemühte sich um Schadensbegrenzung: "Nach so einem schwierigen Wochenende müssen wir ruhig bleiben. Wir führen noch in beiden Weltmeisterschaften."
Im Gegensatz zu Alonso hatte Christian Klien nach Platz acht, der ihm den zweiten WM-Punkt der Saison bescherte, allen Grund zur Freude. "Nach all dem Pech in den vergangenen Rennen und der Kritik freue ich mich über diesen Punkt umso mehr", betonte der Red-Bull-Pilot aus Vorarlberg, der nun wieder neue Hoffnung bezüglich seiner Zukunft in der Königsklasse des Motorsports schöpfen darf, sofern er in Ungarn an die Hockenheim-Vorstellung anschließen kann.
(apa/red)
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