Donnerstag, 3. August 2006

Doping-Skandal bei Olympia: Entscheidung über Anklage könnte im September fallen

  • Italienische Behörden weiter mit Tests beschäftigt
  • "Es gibt nichts Neues": Sache für ÖSV "erledigt"

Ziemlich eingeschlafen sind öffentliche Berichte über den Turiner Olympia-Skandal rund um Österreichs Biathleten, Langläufer und Walter Mayer. Doch die Turiner Staatsanwalt ist trotz Hauptferienzeit nicht auf Untersuchungs-Urlaub. Laut ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth soll im September feststehen, ob, und wenn ja, gegen wen Anzeige erstattet wird.

Laut Jungwirth sind die italienischen Behörden durchaus weiter aktiv. Sie verfügen dank nachbarstaatlicher Hilfe mittlerweile über die während der Spiele von den ÖOC-Athleten genommenen Urin-Proben und vergleichen diese mittels DNA-Untersuchung mit jenen Blutresten, die bei den Razzien in den Blutbeuteln gefunden worden waren.

Der Abschlussbericht der ÖOC-Kommission, den der Vorsitzende der Wintersportverbände zusammen mit Olympiasieger Franz Klammer und dem Schweizer Juristen Stephan Netzle erarbeitet, wird rund 100 Seiten umfassen und im September vorliegen.

Praktisch "erledigt" ist derzeit die Sache für den Österreichischen Skiverband ÖSV. "Es gibt nichts Neues. Die ganze Geschichte um Olympia ist für uns auf- und abgearbeitet", sagte ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner dieser Tage. Laut Leistner habe man auch aus Italien nicht viel Neues erfahren, vielmehr habe sich die Staatsanwaltschaft für einige Aussagen entschuldigt.

Aber auch Leistner weiß, dass die Ermittlungen noch nicht eingestellt sind. "Das wird in Italien, wie man weiß, aber noch einige Zeit, wenn nicht Jahre, dauern", ist er überzeugt. Seine Meinung: "Im Prinzip ist es immer das Gleiche. Zuerst wird jemand angepatzt, dann kommt doch nichts raus. Das hat man ja jetzt auch bei Jan Ullrich gesehen."

(apa/red)

3.8.2006 15:23