Floyld Landis in Glaubwürdigkeits-Not: Synthetisches Testosteron in Urinprobe!
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Rauswurf für Landis, falls Doping-Vorwurf stimmt
In einer Urinprobe von Tour-de-France-Sieger Floyd Landis ist laut "New York Times" synthetisches Testosteron festgestellt worden. Das sollen Laboruntersuchungen der nach der 17. Etappe entnommenen Probe ergeben haben. Der Radprofi hatte immer wieder erklärt, der erhöhte Testosteronwert sei auf eine natürliche Produktion des Hormons zurückzuführen. Nun hat Landis gehörigen Erklärungsnotstand.
Dem von der "New York Times" zitierten Mitglied des internationalen Radsportverbandes UCI zufolge lag das Verhältnis von Testosteron zu Epitesteron mehr als das Doppelte über dem Grenzwert von 4:1. Daraufhin sei ein Kohlen-Isotop-Test gemacht worden, um zu ermitteln, ob es sich um natürliches oder synthetisches Testosteron handle.
Derzeit wartet man gespannt auf die B-Probe. Sollte diese negativ sein, wäre Landis rehabilitiert. Wenn nicht, wird ihm voraussichtlich der Tour-Sieg aberkannt und eine zweijährige Sperre gegen ihn verhängt.
Im Madrider Dopingskandal führen Spuren angeblich nach Deutschland
Im großen spanischen Dopingskandal, in den berühmte Radprofis wie Jan Ullrich verwickelt sein sollen, führen immer mehr Spuren nach Deutschland. Das spanische Netzwerk, das Radsportler mit illegalen Mitteln versorgt haben soll, erhielt seine Substanzen nach einem Bericht der Zeitung "El País" von einem deutschen Arzt.
Wie das renommierte Madrider Blatt unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, machten die Ermittler einen Mediziner in einem Krankenhaus einer - namentlich nicht genannten - deutschen Kleinstadt ausfindig, der dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes Dopingmittel verkauft haben soll.
Die spanischen Ermittler arbeiten nach Angaben von "El País" mit der Staatsanwaltschaft in Bonn zusammen. Die jedoch konnte den Bericht der spanischen Zeitung nicht bestätigen. "Es hat keinen Kontakt zwischen Bonn und den spanischen Behörden gegeben", sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel.
Der Arzt Fuentes, der für verschiedene Radsportteams gearbeitet hatte, gilt als der Kopf des Dopingrings. Er soll sich nach Angaben der Ermittler mit anderen Experten zusammengetan haben, um den Markt für bestimmte Dopingmittel in Europa exklusiv unter sich aufzuteilen. Der "Renner" sei eine Variante des Blutdopingmittels EPO gewesen, die in den Dopingkontrollen angeblich nicht nachgewiesen werden kann. Diese Substanz habe das Netzwerk vermutlich von dem deutschen Arzt bezogen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die spanischen Ermittler.
Nach Angaben des Blattes untersucht die spanische Polizei auch, ob Landis, der in seinem Phonak-Team von einer deutschen Ärztin versorgt wurde, möglicherweise mit dem Netzwerk zu tun hatte. Der Amerikaner hatte in der vorigen Woche seine Teilnahme an Rennen in den Niederlanden abgesagt. Mehrere Teamgefährten sagten damals, Landis sei zu einer Behandlung nach Deutschland gereist. Die Ermittler gingen nun der Frage nach, ob der Amerikaner sich eventuell von jenem Mediziner behandeln ließ, der mit Fuentes in Verbindung gestanden haben soll.
Mit abgehörten Telefongesprächen will die spanische Polizei in Erfahrung gebracht haben, dass der mutmaßliche Chef des spanischen Dopingrings nach seiner Festnahme seinen "Kunden" übermitteln ließ, dass die Radprofis nach der Aufdeckung des Netzwerks in Madrid ihre Doping-Behandlung in Deutschland fortsetzen könnten. Dazu seien die entsprechenden Vorbereitungen getroffen worden.
(apa)
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