Montag, 31. Juli 2006

Zidanes WM-Kopfstoß als Karriere-Pusher: Kicker mit Sommerhit, kriegt Danone-Offert

  • Song "Coup de Boule" vom Internet-Scherz zum Hit
  • Sponsor Danone bietet Zidane Aufsichtsratsposten an

Der unmittelbar nach der Niederlage Frankreichs gegen Italien im Fußball-WM-Finale am 9. Juli von drei französischen Berufsmusikern komponierte Song "Coup de boule" ("Kopfstoß") hat sich in drei Wochen zu einem wahren Schlager in Frankreich entwickelt. Das zwei Minuten und 30 Sekunden lange Lied mit afrikanischen Rhythmen ist eine humoristische Parodie auf den Kopfstoß, mit dem der französische Kapitän Zinedine Zidane den italienischen Verteidiger Marco Materazzi wenige Minuten vor Spielende zu Boden gestreckt hatte.

Der via Internet und Mobilfunk vertriebene Song führt mit 80.000 Downloads die französische Hitparade an. Am 20. Juli kam das Lied auch als CD auf den französischen Markt und erreichte den zweiten Platz unter den Singles, gab der Musikverlag Warner Music France bekannt. Der Titel wurde bereits auf Italienisch und Spanisch übersetzt. Insgesamt zwei Dutzend Länder bekundeten Interesse für das Lied, darunter auch Mexiko, Japan und Malaysia.

Die drei Autoren des Lieds - Sébastien Lipszyc (31), sein Bruder Emmanuel (34) und Franck Lascombes (35) - verfassten den Text nach eigenen Angaben am Montag nach der Niederlage aus Enttäuschung über das Versagen der "Bleus". "Die Witze im Internet ergaben in weniger als einer halben Stunde den Text", erzählt Sébastien und fügte hinzu: "Die Melodie lag bereits in einer Schublade, wir zogen sie einfach heraus."

Noch am selben Tag sendeten die Autoren den Song via Internet an rund 50 Freunde, die sie ihrerseits an ihre Bekannten sendeten. Montagabend lief das Lied im Radiosender "Skyrock" erstmals über den Äther. Schon am Mittwoch kaufte Warner Music den Autoren die Rechte für das Lied ab. Seit dem 20. Juli verkaufte sich die CD bereits 135.000 Mal.

Danone bietet Zidane Aufsichtsratsposten an
Der Chef des Joghurt- und Lebensmittelkonzerns Danone, Franck Riboud, bot dem 34-Jährigen einen Posten im Verwaltungsrat an. "Es könnte Wirklichkeit werden - warum nicht?", sagte Riboud der "Financial Times" (Montag-Ausgabe).

Er habe Zidane, der einen Werbevertrag mit Danone hat, schon vor Jahren gefragt, was er nach dem Ende seiner Fußball-Karriere machen wolle. "Nichts", habe Zidane damals entgegnet. "Ich habe ihm gesagt, dass das kein Job ist", sagte Riboud, der ihm schon damals einen Posten als nicht geschäftsführendes Mitglied im Leitungs- und Aufsichtsgremium des Nahrungsmittelriesen angeboten hatte.

Zidane hatte dem Italiener Marco Materazzi nach einer Beleidigung im WM-Finale seinen Kopf in die Brust gerammt. Inzwischen entschuldigte er sich dafür bei den Zuschauern. Der Weltfußballverband (FIFA) bestrafte "Zizou" mit einer Sperre von drei Spielen, die auf Grund des Karriereendes des Franzosen aber in gemeinnützige Jugendarbeit umgewandelt wurde. Materazzi erhielt zwei Spiele Sperre.
(apa)

31.7.2006 13:28