Es fehlt an Wasser, Medikamenten & Essen: Humanitäre Lage im Libanon dramatisch
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Hilfe für zivile Kriegs- Opfer und Flüchtlinge
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) hat die Konfliktparteien im Nahen Osten dringend dazu aufgerufen, die Kampfhandlungen einzustellen, und verlangt sofortigen Zugang zu allen Gebieten, um die Zivilbevölkerung zu versorgen. Nach seiner Rückkehr aus dem Libanon warnte der Leiter der weltweiten Nothilfeprogramme von UNICEF, Dan Toole, laut einer Aussendung in Berlin vor einer weiteren Verschärfung der Lage der Zivilbevölkerung, wenn nicht schnellstens verlässlicher und sicherer Zugang zu den Hilfebedürftigen ermöglicht werde.
"Immer wieder wurden in den vergangenen Tagen trotz grundsätzlicher Zusagen Hilfskonvois verschoben", sagte Toole. UNICEF versucht gemeinsam mit den anderen UN-Organisationen die am Sonntag angekündigte vorüber gehende Reduzierung der Luftangriffe zu nutzen, um Materialien zur Wasseraufbereitung, Hygieneartikel und Medikamente in den Südlibanon zu bringen. Zahlreiche Orte im Südlibanon sind weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Eine organisierte Evakuierung gibt es nicht. In den Dörfern nahe der Grenze zu Israel sind drei Viertel der Menschen geflohen. Vor allem alte und behinderte Menschen halten sich noch in den Dörfern auf. Die Strom- und Wasserversorgung funktioniert vielfach nicht. Die Krankenhäuser und Gesundheitsstationen brauchen Medikamente. Nach UN-Schätzungen haben mindestens 700.000 Menschen im Libanon ihre Häuser verlassen. Durch die Zerstörungen von Straßen, Kraftwerken und Tankstellen ist die Grundversorgung mit medizinischer Hilfe, Wasser und Energie für viele Menschen nicht mehr gesichert.
Laut UNICEF sind mehr Kinder in dem Konflikt gestorben oder verletzt worden als erwachsene Kämpfer oder Soldaten. "Die Zivilbevölkerung und insbesondere die Kinder leiden am härtesten", sagte Toole. Nach Informationen von UNICEF starben im Libanon bisher 620 Tote und 3200 Menschen wurden verletzt, ein Drittel davon waren Kinder und Jugendliche. Auch unter den Todesopfern durch Hisbollah-Raketen im Norden Israels seien zahlreiche Kinder.
(apa/red)
