EU-Kommissar Olli Rehn: Türkei wäre als Mitglied Europas "Brücke" zum Islam
- "Von strategischer Bedeutung für Europäische Union"
Der Krieg im Nahen Osten macht nach Ansicht von EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn deutlich, wie wichtig eine Mitgliedschaft der Türkei in der europäischen Staatengemeinschaft ist. Eine moderat-islamische und demokratische Türkei könnte in diesem Fall als Europas "Brücke" zum Islam genutzt werden, wurde Rehn in finnischen Tageszeitungen zitiert. Das Land wäre von strategischer Bedeutung für die Europäische Union.
Allerdings schloss der Politiker aus, dass der derzeitige Nahost-Konflikt eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei beschleunigen könnte. Zunächst müsse das Land alle Bedingungen und Kriterien für einen Beitritt erfüllen. Namentlich nannte Rehn etwa das Recht der Meinungsfreiheit, das es den westlichen Standards anzupassen gelte.
Das NATO-Mitglied Türkei startete seine EU-Beitrittsgespräche im Jahr 2005. Diplomaten gehen davon aus, dass es zu einer Mitgliedschaft frühestens in zehn Jahren kommt. Die EU hatte die Regierung in Ankara zuletzt wiederholt dafür kritisiert, die notwendigen Reformen seit dem Beginn der Gespräche nicht schnell genug vorangetrieben zu haben. Neben dem Thema Menschenrechte gilt dabei vor allem das Verhältnis zu Zypern als Streitpunkt. (apa/red)
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