Israelische Offensive im Gaza-Streifen: Mindestens acht Palästinenser getötet
- Razzia in Rafah: Haus für Haus durchsucht
·Großoffensive: Israel
"kurz vor dem Ziel"
Bewohner von Süd-Beirut
zur Flucht aufgerufen
·Gaza-Streifen: Drei Tote bei Offensive
Israelische Geschosse töten Palästinenser
Israelische Soldaten haben am Donnerstag im südlichen Gaza-Streifen nach Augenzeugenberichten acht Palästinenser getötet. Unter den Toten waren fünf palästinensische Extremisten und drei Zivilisten, darunter ein Zehnjähriger. Nach palästinensischen Angaben starben die fünf Mitglieder radikaler Gruppen und drei weitere Personen bei israelischen Luftangriffen. Mindestens 25 Palästinenser wurden verletzt. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, stärker auf ein Ende der israelischen Militäroffensiven im Libanon und im Gaza-Streifen zu drängen.
Mindestens einer der im Gaza-Streifen getöteten Extremisten habe dem bewaffneten Arm der Hamas, "Brigaden Ezzedin al-Kassam", angehört, hieß es. Ein weiterer war demnach ein Mitglied der radikalen Gruppe "Islamischer Heiliger Krieg". Beide Organisationen streben nach der Zerstörung Israels. Die Soldaten durchsuchten zudem bei einem Einsatz in der Gegend um Rafah nahe der Grenze zu Ägypten Haus für Haus. In der Nähe hatten radikale Palästinenser am 25. Juni einen Tunnel nach Israel gegraben und den Soldaten Gilad Shalit entführt. Der Vorfall war der Auslöser für die israelische Offensive. Israel hat Forderungen der extremistischen Gruppen nach einem Gefangenenaustausch im Gegenzug für die Freilassung des Soldaten zurückgewiesen. Im Zuge der Gaza-Offensive wurden mindestens 162 Palästinenser getötet.
"Was derzeit in Gaza und im Südlibanon passiert, ist einfach inhuman, was auch immer als Rechtfertigung herangezogen wird", heißt es laut Kathpress in einer in Jerusalem veröffentlichten Erklärung des Patriarchen Sabbah. Er verurteilte ausdrücklich die Entführung von drei israelischen Soldaten durch Hamas und Hisbollah, die der aktuellen Eskalation vorangingen. Es sei zu hoffen, dass alle drei wohlbehalten zu ihren Eltern und Angehörigen heimkehren könnten. In gleicher Weise verurteilte er die Inhaftierung von Palästinensern durch die Israelis sowie die andauernde Haft von 10.000 palästinensischen Häftlingen in israelischen Gefängnissen. Auch bei ihnen warteten Eltern und Angehörige auf eine Rückkehr. Jeder Mensch habe die gleiche Würde, ob er Israeli oder Palästinenser sei.
Der Patriarch spricht von einem tödlichen Kreislauf der Gewalt, der gebrochen werden müsse, "und nur die Starken können ihn brechen". Der einzige Weg zur Lösung des Konflikts sei ein Ende der Ungerechtigkeit in der palästinensischen Frage, die Ausgangspunkt des langen Konflikts sei. Dazu zähle ein Ende der israelischen militärischen Besatzung sowie Freiheit und Gerechtigkeit für die Palästinenser. Solange die Unterdrückung andauere, werde sie weitere Gewalt hervorbringen. Die Erfahrung zeige, dass im Nahen Osten Gewalt stets neue Gewalt nach sich ziehe und nicht zur ersehnten Sicherheit führe, betonte Sabbah. Es bringe nichts, eine "neue Ordnung" aufzubauen oder auf Sicherheit zu hoffen, so lange Unterdrückung fortbestehe. Militärische Vergeltungsmaßnahmen verschärften lediglich die Verweigerungshaltung, die Israel in der Region umgebe.
(APA/red)
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