Dienstag, 1. August 2006

Scharfes Wortgefecht zum Libanon im TV: Israel für GÖAB-Edlinger "ein Verbrecher"

  • Israelischer Botschafter Ashbel verteidigt Krieg

In ein scharfes Wortgefecht mündete am Montagabend ein Interview mit dem israelischen Botschafter in Österreich, Dan Ashbel, und dem Generalsekretär der "Gesellschaft für Österreichisch -Arabische Beziehungen" (GÖAB), Fritz Edlinger. In der "Zeit im Bild 2" bezeichnete Edlinger Israel wegen seiner Rolle im Libanon als "Verbrecher" und "Täter, nicht Opfer".

Ashbel unterbrach Edlinger in seinen Ausführungen wiederholt mit polemischem Unterton und monierte, dass sein Gesprächspartner kein gleichrangiger arabischer Diplomat aus dem Iran oder aus Syrien, sondern ein Vertreter einer NGO sei. Diese beiden Länder seien nämlich "die wahren Drahtzieher".

Angesprochen auf die zahlreichen getöteten Kinder bei den jüngsten israelischen Angriffen, erklärte Ashbel: "Niemand darf Kinder töten. Jedes tote Kind und jeder tote Mensch ist ein Verlust für die Welt und für alle." Doch noch mehr Kinder seien Opfer einer Ideologie geworden und als Selbstmordattentäter gestorben. "Bei uns ist es um jedes Kind schade, dort aber werden Kinder als Waffen benutzt."

Edlinger kritisierte, dass sich Israel in diesem Jahrzehnte alten Konflikt stets als Opfer darstelle, was aber nicht stimme. Die vermeintlichen Opfer seien in Wirklichkeit die Täter, "das muss man klar auf den Tisch legen". Israel führe zudem einen Krieg gegen den gesamten Libanon, und nicht nur gegen die Hisbollah. "Sie führen Krieg gegen ein Land, das das schwächste Land in der Region ist", warf der GÖAB-Generalsekretär dem israelischen Botschafter vor. Ashbel erwiderte umgehend, das sei eine Lüge.

Die Hisbollah begehe "in bestimmten Teilen" ihrer ansonsten politischen Organisation auch Verbrechen, räumte Edlinger ein, doch Israel begehe als Staat Verbrechen. "Sie begehen Kriegsverbrechen!"

(apa/red)

1.8.2006 08:03