Ministerium bestätigt Tod: Vermisster UNO-Soldat aus Österreich endlich identifiziert
- Steirischer Major kam bei Bombe auf UN-Posten um
- Genaue DNA-Analyse brachte jetzt trauriges Ergebnis
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Eine genaue DNA-Analyse brachte Gewissheit: Einer der bei dem israelischen Bombenangriff auf den UNO-Posten Khiyam (Khiam) im Südlibanon getöteten UNO-Beobachter war ein Österreicher. Das Verteidigungsministerium bestätigte am Freitag, dass es sich bei dem dritten gefundenen Toten um den 44-jährigen vermissten österreichischen Milizoffizier Major Hans Peter Lang aus der Steiermark handelt. Sein Leichnam befinde sich derzeit in Tel Aviv und werde am Dienstag nach Österreich überführt.
Die offizielle Nachricht vom Tod des Offiziers ist in Österreich mit Betroffenheit aufgenommen worden. Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Außenministerin Ursula Plassnik, Verteidigungsminister Günther Platter, SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer sowie BZÖ-Chef Peter Westenthaler drückten ihr tiefstes Bedauern aus. Auch in Güssing, wo Lang aufgewachsen ist, sowie beim Militärkommando Burgenland herrschten Betroffenheit.
UNO-Stützpunkt: Vierte Leiche gefunden
Lang war gemeinsam mit drei weiteren UNO-Militärbeobachtern ums Leben gekommen, als der UNO-Stützpunkt bei dem israelischen Luftangriff am 25. Juli zerstört wurde. Zwei der getöteten UNO-Beobachter wurden bereits zuvor identifiziert als ein Kanadier und ein Chinese. Bei Sucharbeiten in der Ruine des UNO-Stützpunktes im Libanon ist am Freitag auch die bisher vermisste vierte Leiche gefunden worden. Dabei handelt es sich vermutlich um einen 29-jährigen finnischen Kapitänleutnant.
Lang war Zivilbediensteter beim Bundesheer und stand seit knapp einem Jahr als Militärbeobachter der Vereinten Nationen (UNTSO) im Einsatz. Die sterblichen Überreste sollen am Dienstag mit einer Hercules-Maschine nach Wien-Schwechat überführt werden. Lang werde von einer Abordnung des Bundesheeres empfangen. Im Rahmen einer Trauerfeier, an der auch Verteidigungsminister Platter teilnimmt, werden Kameraden das Sargspalier bilden und ein Trauerzug ihm das letzte Geleit geben, hieß es in einer Aussendung des Ministeriums. Danach werde Lang in seine Heimatgemeinde Güssing überführt.
Fischer: Persönliches Schreiben an Mutter des Offiziers
Bundespräsident Fischer brachte der Mutter des UNO-Offiziers, Wilma Lang, in einem persönlichen Schreiben seine tief empfundene Anteilnahme zum Ausdruck. Der Präsident hatte in einem ORF-Radiointerview erklärt, Österreich habe auf den Beschuss des UNO-Postens im Südlibanon "mit Recht empfindlich und deutlich reagiert". Der israelische Botschafter Dan Ashbel war umgehend ins Außenministerium zitiert worden. Die Bundesregierung hatte von Israel eine sofortige und lückenlose Aufklärung des Vorfalls verlangt. Die Außenministerin hatte Israel aufgefordert, die Gewalt zu beenden und jegliches "unverhältnismäßige" Vorgehen im Libanon zu vermeiden.
Plassnik drückte der Familie und den Kollegen Langs ihr Mitgefühl aus. "Ich verneige mich respektvoll vor einem Mann, der als Österreicher und Weltbürger sein Leben für die Hoffnung eines Nahost-Friedens eingesetzt hat", erklärte sie. Schüssel ergänzte seinerseits: Die Arbeit der UNO-Soldaten für die Sicherung des Friedens findet in gefährlichen Regionen statt, die oft ein großes Risiko bedeuten. Major Lang hat sich mit ganzem Herzen und ganzer Kraft für diese Idee eingesetzt. Sein Engagement wird immer in Erinnerung bleiben." (apa/red)
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