Gedenkfeier für getötete UNO-Soldaten:
Noch immer offene Fragen nach Tragödie
- Annan verlangt Aufklärung nach Tod der Blauhelme
- Vermisster Österreicher ein "zuverlässiger Freund"
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Hilfe für zivile Kriegs- Opfer und Flüchtlinge
Die UNO hat eine Gedenkfeier für vier Friedenssoldaten einer internationalen Beobachtermission im Libanon abgehalten, die bei einem israelischen Luftangriff getötet wurden. Unter den Todesopfern befindet sich wahrscheinlich auch der 44-jährige Österreicher Hans-Peter Lang. Offiziell gilt der Steirer als vermisst. UNO-Generalsekretär Kofi Annan forderte in einer Botschaft, viele offene Fragen rund um den Tod der Blauhelme müssten noch geklärt werden.
Rund 70 Personen nahmen an der Gedenkfeier im Garten des Hauptquartiers der Beobachtermission UNTSO in Jerusalem teil, UNO-Mitarbeiter und Verwandte. Nach UNO-Angaben starben bei dem Angriff auch der Chinese Du Zhaoyu, der Kanadier Paeta Hess-Von Kruedener sowie der Finne Jarno Makinen. Sie sollen getötet worden sein, als ihr Posten im Südlibanon von der israelischen Armee bombardiert wurde. Davor hatten UNO-Beobachter zehn Mal innerhalb von sechs Stunden telefonisch Kontakt zu den israelischen Streitkräften aufgenommen, damit diese den Beschuss in der Nähe ihrer Stellung stoppe.
Große Fotografien der vier Getöteten waren bei dem Gedenken auf vier Tischen aufgestellt mit den Flaggen ihrer Heimatstaaten und ihren Auszeichnungen. Soldaten aus den vier Herkunftsländern erwiesen ihren Kameraden die letzte Ehre. In einer kurzen Ansprache wurde Major Lang als "Zuverlässiger Freund" beschrieben. UNO-Fahnen wehten auf Halbmast, 32 UNO-Soldaten waren zur Ehrerweisung angetreten.
Viele offene Fragen nach Tragödie
Der UNO-Posten bei Khiam kam insgesamt 21 Mal unter israelisches Feuer an diesem Tag. Er wurde laut den Vereinten Nationen fünf Mal direkt getroffen. Angehörige der Hisbollah-Miliz, gegen die Israel nach der Entführung von zwei Soldaten im Libanon seit fast drei Wochen militärisch vorgeht, operierten in der Gegend um den UNO-Posten am östlichen Ende der israelisch-libanesischen Grenze.
Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte gegenüber Annan erklärt, der Angriff sei unbeabsichtigt gewesen. Er versprach eine Untersuchung. Annan schrieb in seiner Botschaft an die Teilnehmer der Gedenkfeier: "Es gibt viele Fragen rund um den tragischen Tod dieser unbewaffneten Friedenssoldaten, und diese müssen beantwortet werden." Der UNO-Generalsekretär hatte in einer ersten Reaktion von einer "offenbar absichtlichen" Attacke gesprochen.
Der UNO-Sondergesandter für den Nahost-Friedensprozess, Alvaro de Soto, der Annans Worte verlas, sagte, es sei zu befürchten, dass ein weiterer ziviler Mitarbeiter der Vereinten Nationen bei der Bombardierung der libanesischen Hafenstadt Tyrus ums Leben gekommen sei. Er forderte ein sofortiges Ende des blutigen Konflikts. Annan schrieb: "Die Männer, die am Kontrollpunkt Khiam starben waren die Augen der Welt. Mögen sie in Frieden ruhen."
(apa/red)
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