Flüchtlinge erreichen Europa: Boot mit 210 Afrikanern vor Insel Lampedusa entdeckt
- Auf Kanaren schon über 13000 seit Jahresbeginn
- Tausende Flüchtlinge überleben gefährliche Fahrt nicht
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Vor der italienischen Insel Lampedusa haben Sicherheitskräfte ein Boot mit 210 Flüchtlingen entdeckt. Das Schiff sei in den Hafen der südlich von Sizilien gelegenen Insel eingelaufen, teilten die italienischen Sicherheitskräfte mit. Alle illegalen Einwanderer, darunter zehn Frauen, seien in das Übergangslager von Lampedusa gebracht worden, wo sie identifiziert werden sollten. Zudem solle überprüft werden, ob die Flüchtlinge einen Asylantrag stellen könnten.
Das eigentlich für 190 Menschen angelegte Lager ist ständig hoffnungslos überfüllt. Erst am Vortag waren mehr als 240 Flüchtlinge in der Nähe der Insel entdeckt worden. Am selben Tag nahmen die italienischen Sicherheitskräfte fünf mutmaßliche Schleuser fest. Die vier Ägypter und ein Tunesier wurden im sizilianischen Agrigent inhaftiert.
170 Flüchtlinge erreichten Kanaren
Fast 170 illegale Einwanderer erreichten unterdessen in zwei Fischerbooten die Kanarischen Inseln. Einer von ihnen überlebte die gefährliche Überfahrt nicht, wie die Behörden mitteilten. Damit kamen seit Anfang des Jahres 17 Flüchtlinge beim Versuch ums Leben, auf die Kanarischen Inseln zu gelangen. Die Dunkelziffer liegt ein Vielfaches höher. Tausende Flüchtlinge - vor allem aus Afrika - haben die gefährliche Überfahrt bisher schon mit ihrem Leben bezahlt.
Zuvor waren rund 150 afrikanische Flüchtlinge in zwei Booten auf den Kanarischen Inseln eingetroffen. Damit erreichten diese Woche fast eintausend "illegale" Einwanderer die Inselgruppe. "Das ist noch nichts im Vergleich zu dem, was wir erwarten", hieß es aus Polizeikreisen. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn auf den Kanaren 13.000 Ankömmlinge gezählt. Der bisherige Jahresrekord lag 2002 bei 9.900 Flüchtlingen.
(apa/red)
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