Berichte über Wahlbetrug mehren sich: UNO
über Lage im Kongo zunehmend besorgt
- Scharfe Kritik an fehlender demokratischer Reife
- Wahlbeobachter bleiben bis zum Ende der Auszählung
·Wahlbeteiligung
im Kongo recht hoch
Erste Ergebnisse sind bereits veröffentlicht
·Hintergrund: Alle Infos zur DR Kongo
Reich an Rohstoffen, aber
Bevölkerung extrem arm
·INFO-GRAFIK
Alle wichtigen Fakten zur DR Kongo auf einen Blick
Seitens der Vereinten Nationen nimmt wegen der sich mehrenden Berichte über Wahlbetrug die Sorge zu, dass die Lage in der Demokratischen Republik Kongo kurz nach dem ersten Durchgang der Präsidenten- und Parlamentswahlen außer Kontrolle geraten könnte. Der Direktor der UNO-Mission, Albrecht Conze, beschrieb am Freitag die gegenwärtige Lage in dem afrikanischen Land als gespannt.
Es gebe Kräfte, die das Wahlergebnis verfälschen wollten. Conze kritisierte die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für das Präsidentenamt, Amtsinhaber Joseph Kabila und Vizepräsident Jean- Pierre Bemba.
Kabila und Bemba hatten sich vorzeitig zu Wahlsiegern in verschiedenen Provinzen erklärt und damit für Unruhe in der Bevölkerung gesorgt. "Das kann immer sehr schnell ausgenutzt werden und dann zum Hochschlagen von Emotionen führen", warnte Conze. Die Botschafter der wichtigsten Länder im Kongo bemühten sich, auf die Kandidaten Einfluss zu nehmen und sie an ihre demokratische Verantwortung zu erinnern.
Wegen der angespannten Lage sei es wichtig, dass die internationalen Wahlbeobachter bis zum Ende der Auszählung präsent blieben. Die europäischen Truppen sollten sich vor allem auf die Hauptstadt Kinshasa konzentrieren, als "Rückversicherung", falls es Unruhen gebe, sagte der Leiter der UNO-Mission.
25,6 Millionen Kongolesen waren vergangenen Sonntag bei den ersten pluralistischen Wahlen in der Demokratischen Republik Kongo seit der Unabhängigkeit vor 46 Jahren stimmberechtigt. Mehrere Kandidaten haben bereits den Vorwurf des Wahlbetruges erhoben.
(apa/red)
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