Unmittelbar nach Beginn der Mission: Zwei ISAF-Soldaten im Süden Afghanistans getötet
- Dritter Soldat nach ISAF-Angaben noch vermisst
Einen Tag nach der Ausweitung der NATO-Schutztruppe ISAF auf den Süden Afghanistans haben Aufständische zwei britische Soldaten in der Provinz Helmand getötet. Ein dritter sei schwer verletzt, ein vierter vermisst "und vermutlich tot", sagte eine Sprecherin des britischen Verteidigungsministeriums in London.
Die Soldaten seien in einen Hinterhalt geraten, teilte die ISAF in der Stadt Kandahar mit. Die Rebellen hätten mit Panzerabwehrraketen und Maschinengewehren geschossen.
In der Taliban-Hochburg Helmand sind vor allem britische ISAF-Soldaten stationiert. Helmand ist ein Hauptanbaugebiet für Opium. Ein NATO-Sprecher in Kabul sagte, der Überfall sei nicht unerwartet gekommen. Schon zuvor gab es zahlreiche Zusammenstöße mit Aufständischen. In den vergangenen Monaten töteten die US-geführte Koalition und einheimische Truppen im Süden rund 1000 mutmaßliche Taliban-Kämpfer. Die ISAF hatte erst am Montag von der US-Armee das Kommando über den unruhigen Süden übernommen.
Mit der Übernahme des Kommandos in Südafghanistan dehnte die ISAF ihren Einsatz auf 13 afghanische Provinzen aus. Insgesamt stehen in Afghanistan derzeit rund 18.500 Soldaten aus 37 Ländern unter NATO-Befehl, davon rund 4000 britische Soldaten. Der Schutztruppe gehören auch knapp 3000 deutsche Bundeswehrsoldaten an. In Afghanistan wurden seit Anfang des Jahres 62 ausländische Soldaten getötet, davon acht Briten.
In der östlichen Provinz Khost an der Grenze zu Pakistan nahm die US-geführte Koalition zusammen mit einheimischen Truppen vier mutmaßliche Al-Kaida-Anhänger fest. Die Männer, deren Namen und Nationalitäten nicht bekannt gemacht wurden, wurden bei einer Razzia in einem Dorf 25 Kilometer von der pakistanischen Grenze festgenommen. Sie leisteten nach Koalitionsangaben keinen Widerstand.
(apa/red)
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