Dienstag, 1. August 2006

Nach zweieinhalbmonatiger Babypause: Eva
Glawischnig zurück auf politischem Parkett

  • Grüne übt Kritik an Ökostromgesetz und Euratom
  • Wahlkampfthemen: Umwelt, Frauen, Bildung & Armut

Ein erstes politisches Lebenszeichen nach ihrer zweieinhalbmonatigen Babypause gab es am Dienstag von Eva Glawischnig. Die stellvertretende Grüne Bundessprecherin präsentierte sich bei einer Pressekonferenz für den Wahlkampf gewappnet, von nun an gelte es, wieder verstärkt auf Umweltthemen zu setzen.

Dementsprechend gab es keine Babyfotos zu sehen, nach dem kurzen Auftritt ergriff sie die Flucht in die geschützten Parteiräumlichkeiten. "Es gab Entwicklungen, die mich sehr bedrückt haben", lautete Glawischnigs Resümee ihrer politischen Abwesenheit, in der sie von Frauen- und Tierschutzsprecherin Brigid Weinzinger vertreten worden war.

Konkret übte sie Kritik an Maßnahmen der Regierung sowie an weltweiten Entwicklungen am Energiesektor. Das neue Ökostromgesetz sei etwa von "Verhinderern und Vernichtern von Arbeitsplätzen" beschlossen worden.

Bundeskanzler Schüssel habe außerdem während des EU-Ratsvorsitzes die Weichenstellung für eine "Renaissance der Atomenergie" lediglich zur Kenntnis genommen, die Zustimmung Österreichs zum Atomforschungsprogramm Euratom sei "besonders verwerflich". Eine weitere Sorge der jungen Mutter: Russland sei drauf und dran zur Energiemacht aufzusteigen und spiele Europa und China gegeneinander aus.

Für Glawischnig alles Themen, "für die es sich lohnt, in die Wahlauseinandersetzung einzusteigen". Denn: "Ich glaube, dass die Wählerinnen und Wähler diese Diskussion mit anderer Distanz sehen als Politikerinnen und Politiker." So verhalte es sich auch mit weiteren Kernthemen, die im Grünen Wahlkampf eine große Rolle spielen sollen, so etwa "Vorrang für Frauen", "Bildungsland Österreich" und "Raus aus der Armut".

(apa/red)

1.8.2006 14:53