Donnerstag, 3. August 2006

'Sie war so lieb': Wiener Kinderschänder zu 4 Jahren Haft & Schmerzensgeld verurteilt

  • Rechtfertigung: 8-Jährige habe doch 'Ja' gesagt
  • Späte Reue: 'Heute weiß ich, dass es falsch war'

Ein 46-jähriger Wiener, der sich von 2003 bis 2004 an einem damals sieben- beziehungsweise achtjährigem Mädchen vergangen haben soll, ist am Donnerstag im Straflandesgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen zu vier Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Außerdem muss er dem Opfer 5.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die damalige Freundin des Angeklagten hatte ihm ihre beiden Töchter anvertraut, beide verbrachten regelmäßig Zeit und übernachteten in der Wohnung des Mannes in Wien-Brigittenau. Dort brachte der Frühpensionist eine Schwester dazu, Oralverkehr an ihm auszuüben. In einem Fall soll der Angeklagte sogar versucht haben, mit dem Kind Analverkehr zu haben. Das Opfer gab an, dass der Angeklagte ihr Pornofilme und Bilder gezeigt habe, sie immer wieder angefasst habe.

"Sie war so lieb"
Der 46-Jährige zeigte sich bei der Verhandlung geständig, nur an die Tatsache, dass er versucht habe in das Kind einzudringen, konnte er sich nicht mehr erinnern. "Ich weiß nicht, wieso gerade sie", sagte der Angeklagte bei seiner Vernehmung im Gericht. "Sie war lieb."

Das Mädchen habe sich laut ihrem Peiniger nie gewehrt, im Gegenteil, sie habe "Ja" gesagt. "Ich habe ihr gesagt, sie darf es nicht weitererzählen, es ist unser Geheimnis", sagte der Wiener. Mit Geschenken und Geldzuwendungen hatte er die Siebenjährige zum Stillschweigen gebracht, erst eine Freundin der Mutter hatte diese auf den Missbrauch aufmerksam gemacht.

"Heute weiß ich, dass es falsch war", gab der Verurteilte zu Protokoll. Bereits vor zehn Jahren war der Mann laut eigenen Angaben wegen eines ähnlichen Falles vor Gericht, der Fall scheint im Strafregister jedoch nicht auf.
(APA/red)

3.8.2006 11:47