Bisherige "Diskussionsbeiträge" sind nicht ausreichend: SP-Chef fordert ÖGB-Reformen
- Gewerkschaft muss Vertretungsanspruch bestätigen
- Zurufe von außen für Gusenbauer nicht notwendig
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SPÖ-Bundesparteivorsitzender Alfred Gusenbauer hat vom ÖGB neuerlich Reformen eingefordert. "Die bisherigen Diskussionsbeiträge sind noch nicht ausreichend", sagte Gusenbauer im Interview mit der APA. Der von ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer präsentierte Prozess führe zu einem "Schicksalskongress" im kommenden Jahr, bei dem die Gewerkschaft ihren Vertretungsanspruch untermauern müsse.
Bei seiner Wandertour durch Österreich werde er immer wieder auf die aktuelle Bawag/ÖGB-Krise angesprochen, "auch wenn die SPÖ mit dem Fall der Bawag nichts zu tun hat", betonte Gusenbauer. Er verteidigte neuerlich die "Aufgabenteilung" zwischen SPÖ und Gewerkschaft. "Nur Gewerkschafter, die hoffnungslos angefressen sind, sind gegen tief greifende Reformen", meinte der SP-Spitzenkandidat. Eine Debatte darüber gebe es in den Betrieben schon lange. Die Leute wollten keine Doppelfunktionen mehr, viele im ÖGB seien erleichtert über den von ihm eingeschlagenen Weg.
Zu konkreten Reformen im ÖGB habe er genügend Ideen, meinte Gusenbauer. Er wollte sich aber nicht öffentlich einmischen. Zurufe von außen seien nicht notwendig. In Gewerkschaftskreisen werde er diese Vorschläge auch vertreten.
Bei der Wahl in zwei Monaten will Gusenbauer erster werden. Ein "Vierer" am Anfang des SPÖ-Ergebnisses "wäre schön". Die Stimmung sei besser als die Meinungsumfragen. Dennoch solle das Fell nicht schon vorher verteilt werden, warnte der SPÖ-Spitzenkandidat,
Vom Bundesparteitag erwarte er sich ein klares Signal, dass die Sozialdemokratie wenige Wochen vor der Wahl geeint auftrete. Dies sei wichtig für nachfolgende Parteiengespräche und allfällige Regierungsverhandlungen. Auf die Frage nach dem Wunschergebnis meinte Gusenbauer, "mehr wie das letzte Mal sollte es schon sein". 2004 hatte er nur 88,93 Prozent erhalten, beim Parteitag 2002 waren es noch 99,6 Prozent.
Gusenbauer absolvierte am Dienstag und Mittwoch im Rahmen seiner Österreich-Wanderung Bergtouren in Tirol. Am Mittwoch wurde der 2.834 Meter hohe "Rote Kogel" bei Gries im Sellraintal anvisiert, den der SP-Chef als "Königsetappe" bezeichnete. Die Österreich-Tour geht am Donnerstag in Vorarlberg zu Ende.
(APA/red)
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