Bluttat in Wien-Simmering: Kinder mussten brutalen Mord an ihrer Mutter mitansehen!
- Polizei: "Die Blutspuren reichen bis in den Garten"
- Gegen Verdächtigen bestand zuvor Betretungsverbot
Mit 23 Messerstichen soll ein 33-jähriger Arbeitsloser in Wien seine langjährige Lebensgefährtin getötet haben. Die Frau (37) verblutete auf der Wohnzimmer-Couch. Der mutmaßliche Täter ist in Haft. Zurück bleiben die zwei kleinen Töchter des Paares, elf und zwölf Jahre alt, die die Bluttat miterleben mussten.
Tatort war ein Reihenhaus in der Paulasgasse in Simmering. Durch die wilde Auseinandersetzung spätnachts aufgeschreckt, alarmierten Nachbarn die Behörden: "Die Frau ist blutüberströmt auf die Terrasse und hat gebeten, dass wir die Rettung rufen", erzählte Alexander Kozel der APA. Seine Frau habe der Redaktionsassistentin den Kopf verbunden und mit ihr auf die Einsatzkräfte gewartet.
Die Helfer fanden das Opfer mit Messerstichen übersät auf der Couch. Reanimationsversuche blieben erfolglos. "Der Amtsarzt hat 23 Verletzungen festgestellt, auch Abwehrverletzungen. Tödlich war u.a. ein Stich in die Halsvene", sagte Einsatzleiter Oberstleutnant Karl Kmoch vom Kriminalkommissariat Zentrum-Ost der APA. "Es gibt Blutspuren fast im ganzen Haus, und sie reichen bis in den Garten."
Betretungsverbot war nicht mehr aufrecht
Nach Angaben der Kriminalisten und von Nachbarn hatte es zwischen dem Paar zuletzt gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben. Seit einigen Wochen lebte der 33-Jährige nicht mehr ständig in dem Reihenhaus. Im Juni hatte Cordula K. ihren Lebensgefährten wegen Körperverletzung angezeigt, ein Betretungsverbot wurde erlassen. "Diese Maßnahme, die zuerst auf zehn Tage befristet ist, wurde auf 20 Tage verlängert. Danach müsste das Opfer am Bezirksgericht eine einstweilige Verfügung erwirken", erläuterte Kmoch. Das sei nicht geschehen, das Betretungsverbot war zum Tatzeitpunkt daher nicht mehr aufrecht.
Der Verdächtige gab im Verhör an, am Vorabend in die Wohnung gekommen zu sein. Dort habe er die Kinder allein angetroffen. Erst am frühen Sonntagabend habe er Cordula K. telefonisch erreicht. Sie soll in Ungarn gewesen sein. Gegen 21.00 Uhr kam die 37-Jährige nach Hause. Sofort sei ein Streit entstanden. Ein Butterfly-Messer, das sie angeblich immer bei sich trug, habe sie in der Küche abgelegt und sei schließlich duschen gegangen.
Streit um Vaterschaft?
Danach entbrannte der Streit erneut. Seine Lebensgefährtin habe ihm vorgehalten, dass er nicht der Vater der Mädchen sei. "Er sei dadurch derart in Rage geraten, dass er das Messer aus der Küche holte, es aufklappte und wie von Sinnen auf Cordula K. einstach", berichtete Kmoch.
Tochter musste Bluttat mitansehen
Die elf und zwölf Jahre alten Mädchen waren laut Polizei während der tödlichen Auseinandersetzung anwesend. Zumindest die jüngere Tochter habe den Mord unmittelbar mitansehen müssen, die Zwölfjährige war mit dem Familienhund nach draußen gerannt - sie sah dann laut Kmoch ihren Vater flüchten. "Sie sind ihm nachgelaufen, der Hund hat ihn auch gebissen, deshalb konnte er nicht mehr so schnell laufen", berichtete Nachbar Alexander Kozel. Den Biss konnten die Ermittler nicht bestätigen. Beide Kinder sind bei Verwandten untergebracht und werden psychologisch betreut.
Der Verdächtige wurde nach kurzer Flucht am Rosa-Jochmann-Ring, in unmittelbarer Nähe des Tatorts, festgenommen. Bei der ersten Befragung legte er laut Polizei ein Geständnis ab. Ein Bluthund hat die zunächst verschollene Tatwaffe aufgespürt.
(APA/red)
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