Neapel steht der Dreck wieder bis zum Hals:
6.000 Tonnen Abfälle liegen auf den Straßen
- Aufgebrachte Bürger setzten Container in Brand
- Debakel-Grund: Zu wenig Müllverbrennungs-Anlagen

·Italien leidet unter der extremen Hitze
Badegäste, Romtouristen,
Quallen und Insekten
·Touristen strömen zum "Abendmahl"
Alle wollen seit "Da Vinci Code" dieses Bild sehen
In Neapel wurde wieder der Müllnotstand ausgerufen. Meter hoch türmt sich seit einigen Tagen Unrat auf den Straßen der drittgrößten Stadt Italiens. Aufgebrachte und verärgerte Bürger setzten Mittwoch Container in Brand. Laut der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" lagen bereits 6.000 Tonnen Müll auf den Straßen. Grund des Debakel: Es gibt nicht genügend Müllverbrennungs-Anlagen in der Region.
"Wir sind im Kriegszustand", empörte sich ein Bürgermeister im Raum von Neapel. "So kann man einfach nicht mehr weiterleben", ärgert sich ein anderer Bürgermeister. Qualm und beißender Rauch liegt über den betroffenen Gemeinden. Schon geht die Sorge um, die Müllplage könnte die demnächst erwarteten Touristen vertreiben. Völlig "rätselhaft" sei es zudem, dass in Neapel selbst der Abfall nach wie vor weggeräumt wird. Bereits vor zwei Jahren hatte es einen ähnlichen Ausnahmezustand in der Region gegeben, der Wochen lang dauerte.
Illegale Camorra-Deponien
Der Raum Neapel, in dem zwei Millionen Menschen leben, leidet seit Jahren unter Problemen bei der Abfallentsorgung. Das hat inzwischen die Mafia ausgenützt, um illegale Deponien zu errichten. Italien produziert nach Angaben von Umweltschützern mit 1,3 Kilogramm pro Kopf und Tag mehr Müll als der EU-Durchschnitt. Auch das Recycling wird deutlich weniger gefördert als in anderen europäischen Ländern.
(apa/red)
