Dienstag, 25. Juli 2006

Krieg und Tourismus verstehen sich nicht:
Afghanistan soll zum Urlauberland werden

  • Aktuell wird vor Reisen in das Wüstenland gewarnt
  • In zehn Jahren sollen Touristen das Land erschließen

Noch sind sie nicht wirklich willkommen, die Touristen in Afghanistan. Allerdings könnte das in zehn Jahren bereits anders aussehen. Experten sehen im zentralasiatischen Land ein großes Potenzial und arbeiten daran, die Wirtschaft anzukurbeln.

Ziel ist die nachhaltige und mittelfristige Positionierung von Afghanistan als Land, das die Lücke auf der Seidenstraßenroute schließt. "Reiseveranstalter auf der Seidenstraßenroute, Incoming-Agenturen in Afghanistan sowie Informationsdienstleister haben ihr Interesse am mittelfristigen Aufbau des Tourismus angekündigt. Das Ganze mündet in ein Konzept für eine übergeordnete Incomingagentur und einen Masterplan für die Entwicklung des Tourismus in Afghanistan" so Sandra Holzherr, Managing Director von Iltis.

Aufbau der Infrastruktur
Oberstes Gebot zur Stunde sei die wirtschaftliche Weiterntwicklung des Landes. Damit verbunden ist ein besseres Einkommen der lokalen Bevölkerung. Es soll vor allem der Aufbau der Infrastruktur in dem vom Krieg zerstörten Land angekurbelt werden.

Land der Schönheiten
"Es wäre unseriös heute Menschen dazu zu animieren, nach Afghanistan zu reisen. Noch mangelt es an fast allem. Zudem lassen die Sicherheitsverhältnisse zu wünschen übrig", argumentiert Holzherr. Afghanistan ist aber ein Land voller Schönheiten: Zu den Sehenswürdigkeiten zählen etwa Herat mit seiner Freitagsmoschee oder die von den Taliban im März 2001 zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan, deren bestehende Reste von der UNESCO im Juli 2003 zum Weltkulturerbe erhoben wurden. Zu den Highlights zählen auch die Band-i-Amir-Bergseen, in einer Höhe von mehr als 3.000 Metern, sowie die Hauptstadt Kabul mit ihren Basars, Moscheen und Palästen. "Das Potenzial ist da", zeigt sich Holzherr überzeugt. Auch wenn heute eine Reise nicht empfehlenswert sei. "Der Tourismus wird die wertvollen Kulturgüter auch schützen, denn was wir erreichen wollen, ist ein nachhaltiger Fremdenverkehr."
(red)

25.7.2006 16:54