Drehschwindel und Übelkeit auf Reisen:
85% aller Menschen sind kinetose-anfällig
- Medikamente, Abhärtung und Vorsichtsmaßnahmen
- Die Linderung der akuten Leiden ist am wichtigsten

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FORMAT: Vorsorgen mit Reiseversicherungen
·Pack nicht nur die Badehose ins Gepäck
Nimm auch den Doktor mit - die Reiseapotheke
·Blutverklumpung bei Langstreckenflügen
Der Kabinen-Druck ist nicht die Hauptursache
Manchen Menschen wird schon bei einer kurzen Autofahrt so richtig schlecht, nur wenig andere überstehen eine stürmische Schiffsreise ohne flauen Magen. Rund 85 Prozent der Weltbevölkerung sind anfällig eine Kinetose, eine so genannte Reisekrankheit, zu bekommen. Abhilfe bieten spezielle Medikamente und in vielen Fällen "Abhärtung".
Was die Pharmakologie den Betroffenen anbietet, "ist alles nicht rundum glücklich machend", bedauerte der Wiener Reisemediziner Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch. "Aber es gibt ein bewährtes Mittel - Vertirosan (Wirkstoff Dimenhydrinat) -, das diesen Drehschwindel direkt bekämpft."
Nebenwirkungen?
Als mögliche Nebenwirkungen von "Reisekrankheit-Medikamenten", die als Tabletten, Tropfen, Kaugummis und Zäpfchen angeboten werden, nannte Kollaritsch Müdigkeit, Blutdrucksenkung, Mundtrockenheit und Appetithemmung. Sie wirken dämpfend auf bestimmte Gehirnbereiche sowie stark sedierend und sind deshalb "in Kombination mit Alkohol eine Katastrophe". Auch mit Antibiotika muss man aufpassen.
Zurzeit das Beste
Bei einem akuten Leiden ist die Linderung der Beschwerden vorrangig. Alles in allem gilt, laut Kollaritsch: "Es gibt derzeit nichts Besseres. Diese Mittel wurden millionenfach verwendet, es gab keine schweren Nebenwirkungen." Wer schon weiß, dass er immer Probleme bekommt, könne die Mittel prophylaktisch kurz vor Reiseantritt einnehmen. Ansonsten sollte man das Präparat gleich beim ersten Auftreten der Symptome verwenden.
Augen zu und durch
In etlichen Fällen kann auch "Abhärtung" helfen, so der Mediziner: "Man kann die Kinetose zu einem gewissen Teil mit Training in den Griff bekommen. Wenn man sich dem dosiert aussetzt, wird es besser." Die beste Medizin gegen Reisekrankheit - viel reisen..
(APA/red)
