Montag, 13. November 2006

Frauen erst in 150 Jahren fair entlohnt? Studie gibt Politik Schuld an Diskriminierung

  • Prozess der Lohn-Angleichung deutlich verlangsamt
  • Im Durchschnitt verdienen Frauen 12% weniger

Die Frauen müssen einer Studie zufolge noch 150 Jahre warten, bis sie genau so viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Die Unterschiede bei den Einkommen von Männern und Frauen hätten sich in den vergangenen Jahren zwar verringert, allerdings schwäche sich dieser Angleichungsprozess ab, zitierte die britische Tageszeitung "The Times" eine Studie des Zentrums für Wirtschaftliche Leistung an der London School of Economics.

Jede Generation von Frauen habe im Vergleich zur Vorgängergeneration Fortschritte bei der Angleichung der Einkommen erzielt, hieß es in der Studie. Allerdings habe sich dieser Prozess deutlich verlangsamt. Als einen Grund für die weiterhin geringeren Verdienste von Frauen nannten die Forscher die Babypausen der weiblichen Beschäftigten, die nach der Mutterschaft zudem häufig in Teilzeit arbeiteten.

Politik tut nicht genug gegen Diskriminierung
Doch auch Frauen ohne berufliche Auszeiten würden nach zehn Jahren im Durchschnitt zwölf Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Schuld daran sei Diskriminierung, der die Politik nicht ausreichend begegne. "Es wird 150 Jahre dauern, bis die Unterschiede verschwunden sind", hieß das traurige Fazit der Londoner Wirtschaftswissenschaftler. (APA/red)

13.11.2006 09:57