,Einmal wollte ich das noch sehen

Helmut Zilk & Dagmar Koller. Im Traumhaus an der Algarve hat sich Wiens Altbürgermeister rasch erholt. Ein Lokalaugenschein.
Ein Mann sieht rosarot, Ton in Ton mit den Shorts und dem Hawaiihemd, und er hat dafür jeden Anlass der Welt. Im Garten leuchtet das Grün der Palmen, das Meer funkelt. Nur um diesen Blick noch einmal erleben zu dürfen, habe ich das alles ausgestanden, sagt Helmut Zilk; und was
mit alles gemeint ist, war eine wahre Höllenpartie: die riskante Herzoperation im Februar, die zum Versagen von Lunge und Niere führte, bis man ihn in künstlichen Tiefschlaf versetzte und nur noch hoffen konnte. Vier Wochen Bangen auf Leben und Tod: nicht nur ob, sondern auch in welchem Zustand er erwachen würde. Schließlich die schmerzvolle Rehabilitation, in deren Verlauf jede Muskelbewegung Aufsetzen, Aufstehen, Gehen, Stiegensteigen unter Qualen wiedererlernt werden musste. Dann etwas Hoffnung und jetzt
die unglaubliche Entwarnung. Das Rauschen und die Brise des Atlantiks, die auch 30 Grad im Schatten erträglich macht, sind jetzt seine Art von Applaus. Selbst Ärzte hatten ihn schon in den Rollstuhl orakelt. Doch heute ist er besser beisammen als in den Monaten vor dem Zusammenbruch. Am 28. Hochzeitstag, dem 21. Juli, haben wir uns
bei Helmut Zilk und Dagmar Koller für zwei Tage an der Algarve angesagt.
Dreimal die Woche Dialyse. Ehefrau Koller kennt für die Wiedergeburt Zilks nach den Ärzten Professor Kurt Huber und Professor Michael Zimpfer nur eine Dankesadresse: Wenn wir vor dem Meer stehen und ich sehe, wie er das wirklich wieder erleben darf, ist das ein Geschenk Gottes.
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