Kosmischer Regen: Pro Jahr prasseln
40.000 Tonnen All-Partikel auf Erde herab
- Seit mindestens 30.000 Jahren ziemlich konstant
- Große Konsequenzen für Klimadaten-Forschung
·All: Mieses Wetter
auf Saturnmond Titan
Raumsonde "Huygens" beobachtet Dauerregen
·Mond-Flug endete fast in Katastrophe!
37 Jahre später berichtet Aldrin über Missgeschick
·China will nach Mond auch zum Mars fliegen
2024 soll erster Chinese Erdtrabanten betreten
·Asteroid flog relativ knapp an Erde vorbei!
Felsbrocken näherte sich bis auf Mondentfernung
Rund 40.000 Tonnen kosmischer Staub und anderes Material prasseln jährlich aus dem Weltraum auf die Erde. Und seit mindestens 30.000 Jahren ist dieser extraterrestrische Partikel-"Regen" ziemlich konstant, wie ein deutsch-amerikanisches Forscherteam im Fachjournal "Science" (Bd. 313, S. 491) berichtet.
Wissenschafter vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und US-Kollegen vom Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University in New York hatten erstmals an einem antarktischen Eiskern den Gehalt der Atomvariante Helium-3 aus kosmischem Staub untersucht.
"Der kosmische Staub wird auf seinem Weg durch den interplanetaren Raum vom Sonnenwind mit Helium-Atomen aufgeladen. Dabei kommt es zu einer starken Anreicherung des auf der Erde seltenen Isotops Helium-3", erklärte Co-Autor Hubertus Fischer vom AWI in Bremerhaven. Die Forschungen hätten ergeben, dass die Helium-3-Konzentration in kosmischem Staub um mehr als den Faktor 5000 im Vergleich zu terrestrischem Staub angereichert ist.
"Kosmische Staubpartikel mit einer Größe von wenigen Mikrometern überdauern den Eintritt in die Erdatmosphäre und transportieren ihre Heliumfracht unverändert zur Erdoberfläche", sagte Fischer weiter. Mit den Untersuchungen von Helium-3 und dem auf der Erde häufiger vorkommenden Helium-4 konnten nun erstmals zeitliche Variationen des Helium-Flusses zwischen Eis- und Warmzeiten bestimmt werden.
Die Ergebnisse dürften nach Auffassung der Wissenschafter weit reichende Konsequenzen für die Interpretation hoch aufgelöster Klimadaten aus Eiskernen, Ozean- und Seesedimenten haben. Anhand solcher Bohrkerne können Forscher die Klimageschichte analysieren.
(apa/red)
