"Giebelkreuz über Teilen der BAWAG": RZB- Boss Rothensteiner bekundet Interesse
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- Rothensteiner: Kein Problem mit Verkauf an Ukrainer
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Raiffeisen Zentralbank (RZB)-Generaldirektor Walter Rothensteiner kann sich vorstellen, dass über Teilen der zum Verkauf stehenden BAWAG P.S.K. das "Giebelkreuz" hängen wird. "Ich gebe dem Ewald Nowotny (Anm.: BAWAG-Chef) schon recht, wenn er prophezeit, dass über der BAWAG als Ganzes kein Giebelkreuz prangen wird. Aber es könnte ja sein, dass es über Teilen der BAWAG hängen wird".
So wird Rothensteiner in einem Interview in der Mittwochausgabe der "Salzburger Nachrichten" (SN) zitiert. "Wie ich höre, gibt es ein paar Bieterkonsortien, bei denen der Eine vielleicht Zweigstellen im Osten Österreichs und der Andere vielleicht das Auslandsgeschäft kaufen will. Daher sollte man sich anschauen, ob es möglicherweise auch für uns interessante Bereiche gibt", so Rothensteiner. Im Moment sei aber wirklich noch nichts konkret.
Auf die Frage, ob sich die RZB die Verkaufsunterlagen schon angesehen hat, meinte Rothensteiner: "Wenn eine so große Bank verkauft wird, dann sind wir dabei und schauen uns das an". Seit der vorigen Woche gebe es ein erstes Papier. Jetzt komme die Phase des Verkaufsprozesses, in der sich natürlich jeder offiziell anstellen wird. Was dann wirklich herauskommt, stehe derzeit aber noch in den Sternen. "Aber es ist sicher nicht so, dass Raiffeisen steht und fällt mit der Frage, ob wir an der BAWAG beteiligt sind", so der RZB-Boss.
Kein Problem sieht Rothensteiner in einer möglichen Übernahme der BAWAG durch Ukrainer, was BAWAG-Chef Nowotny ausgeschlossen hatte. Er verstehe Nowotny zwar vom Ansatz her, aber an wen die Eigentümer die Bank verkaufen, würden nicht die Vorstände entscheiden. Auch hätten die Ukrainer überhaupt kein Problem gehabt, den Österreichern große Banken zu verkaufen. "Daher verstehe ich es nicht, warum die Österreicher ein Problem haben, den Ukrainern eine Bank zu verkaufen." Es müsse dann ohnehin alles geprüft werden und wenn die Hintergründe nicht passen, werde man rechtzeitig draufkommen. "Aber dieses apodiktische 'Es darf kein Ukrainer sein' schadet uns international enorm", so der RZB-Chef. "Alle, die wie wir in Osteuropa unterwegs sind, bekommen das postwendend serviert."
Kein Problem sieht Rothensteiner auch darin, dass die Ukrainer mit dem Kauf einer österreichischen Bank in der gesamten EU Fuß fassen könnten. Er gehe davon aus, dass jeder potenzielle Käufer der BAWAG seriös ist. "Es wird ja jeder überprüft. Wieso können wir Österreicher außerhalb der EU Fuß fassen? Die müssten uns ja auch nicht reinlassen", so Rothensteiner. "Wir haben da wirklich Klischees im Kopf und denken, dass aus der Gegend nur Einbrecher kommen, so der RZB-Chef. Man sollte jedem empfehlen, dass er ein paar Tage in Osteuropa verbringt, bevor er Meinungen darüber verbreitet. "Die Dinge werden bei uns oft falsch gesehen. In Österreich hat die Oma Angst vor dem Einbrecher aus Osteuropa, aber sie weiß nicht, dass ihr Enkerl nur deshalb einen Job hat, weil wir in Osteuropa investieren", so Rothensteiner.
(APA/red)
