Sonntag, 30. Juli 2006

"Beide wollten nicht verlieren": "Veilchen" und "Bullen" teilten sich Punkte gerecht

  • 1:1 zwischen Salzburg & Meister Austria in Wien
  • Stöger und Schinkels mit violetter Leistung zufrieden

Der Fußball-Schlager der dritten Runde zur T-Mobile-Bundesliga zwischen Meister Austria Magna und Titelfavorit Red Bull Salzburg hat vor über 8.000 Zuschauern im Horr-Stadion ein 1:1 und damit eine Punkteteilung gebracht. Alexander Zickler hatte den Vizemeister durch seinen fünften Saison-Streich in Führung geköpfelt, Roman Wallner mit seinem ersten Liga-Treffer für die Austria die Violetten davor bewahrt, dass die "Millionäre" aus dem Westen nicht schon acht Zähler Vorsprung auf die Wiener haben.

Vor den Augen eines Benfica-Spions, der sich seitenweise Notizen über die in der Champions-League-Qualifikation wartenden Veilchen machte, Teamchef Josef Hickersberger und Austria-Mäzen Frank Stronach hatten lange Zeit beide Teams aus einer gut organisierten Defensive agiert, die Räume eng gemacht und im Mittelfeld um jeden Zentimeter gekämpft. Und so kamen die noch sieglosen Hausherren im dritten Anlauf zwar nicht zum ersten Drei-Punkter, aber endlich zum ersten Saisontreffer, der das erste Verlusttor der weiter ungeschlagenen Gäste in der Liga bedeutete.

Stöger und Schinkels mit violetter Leistung zufrieden
Obwohl der Titelverteidiger auf den drittletzten Tabellenplatz abrutschte, waren für Sportdirektor Peter Stöger die Leistung und das Resultat in Ordnung. "Mit dem Gebotenen bin ich voll zufrieden, die Mannschaft hat nach dem Fehlstart die richtige Reaktion gezeigt", sagte der 40-Jährige. Frenkie Schinkels hatte "eine sehr gute Austria, die 90 Minuten gefightet, den Gegner gut kontrolliert hat und die bessere Mannschaft war", gesehen. "Wir haben jedenfalls ein Zeichen gesetzt, dass wir wieder da sind," befand der Trainer.

Salzburgs Trainer Lothar Matthäus, der Kovac und Jezek geschont sowie gegenüber dem Hinspiel in der CL-Quali gegen den FC Zürich gleich sieben "neue" Spieler in der Startelf nominiert hatte, konnte mit dem einen Punkt leben. "Wir haben wegen der hohen Belastung und dem wichtigsten Spiel des Jahres einige Umstellungen vorgenommen, die Mannschaft hat sich bravourös geschlagen, ist kompakt gestanden. Einige drängen nach", analysierte der Deutsche, der sich wie viele "Bullen" über den schnellen Ausgleich ärgerte.

"Es war kein einfaches Spiel für uns, einige waren müde, die Austrianer spielten aggressiv. Aber so ein Gegentor darf nicht passieren", gab Zickler, der mit nun sieben Punkten aus drei Auswärtspartien zufrieden ist, seinem Landsmann recht. Für Thomas Linke wäre mehr drinnen gewesen als das 1:1. "Nach unserer Führung waren wir ungeordnet. Wir haben einen Moment geschlafen, das hat uns zwei Zähler gekostet", meinte der Abwehrchef. Die Unordnung war auch deshalb entstanden, weil Thomas Winklhofer nach dem 1:0 schon für den Austausch parat stand, der Referee aber nach dem Tor die Partie wieder angepfiffen hat.

"Traps" polylinguales Philosophieren vom "schönen Spiel"
Giovanni Trapattoni sprach in seiner Analyse, der er vor internationale Presse (Portugal und Deutschland) aus einer Mixtur aus Portugiesisch, Italienisch und Deutsch hielt, von seinem "sehr schönen Spiel mit viel Anspannung". Tormann Ochs hätte die Salzburger am Anfang vor einem Rückstand gerettet. Auch der Cheftrainer war wegen des postwendenden Ausgleichs ein bisschen enttäuscht, stufte das Resultat letztlich aber auch als gerecht ein. "Beide wollten nicht verlieren". Die Rotation begründete er mit dem Europacup, in dem man im Gegensatz zur Liga mit 36 Runden nur 180, bestenfalls 210 Minuten mit Verlängerung zur Verfügung hat. (APA/red)

30.7.2006 13:09